Beto Marubo über die COP15

Beto Marubo setzt sich für den Schutz von in Isolation lebenden Indigenen ein, die im indigenen Territorium Javari Tal, Brasilien, leben. Das ist das Gebiet mit der größten Zahl an in Isolation lebenden Indigenen der Welt. Beto und sein Bruder erhalten Morddrohungen und mussten deswegen das Javari Tal verlassen und nach Brasília ziehen. Hier veröffentlichen wir seine Gedanken zur COP15 in Montreal.

Übersetzt von Eliane Fernandes; Foto: Eliane Fernandes

Wir kritisierten die Tatsache, dass die Agenda zum Schutz der biologischen Vielfalt und die Diskussionen zur Frage der indigenen Völker in der COP15 abgekoppelt wurden.

Wenn es eine Sache gibt, die während der Regierung Bolsonaro sehr deutlich wurde, dann ist es die Tatsache, dass die Naturreservate selbst – ob auf Bundes- oder Landesebene – sehr verwundbar geworden sind, da sie von einem Schild mit der Warnung „Betreten ohne Erlaubnis verboten“ usw. abhängig waren. Etwas völlig Unwirksames.

In den indigenen Gebieten, die von den indigenen Völkern bewohnt werden, sind wir es, die unsere Territorien überwachen, die Invasionen öffentlich machen und unsere Rechte einfordern. Und als Ausgleich schützen wir nicht nur die Wälder in diesen Gebieten, sondern auch die biologische Vielfalt selbst.

Wir haben gesehen, dass es dabei zu Diskrepanzen in den Debatten gekommen ist. Ich habe bei den Debatten vor allem die Problematik der in Isolation lebenden Indigenen hervorgehoben. Wir aus dem Javari Tal in Brasilien haben dieses Anliegen, das sehr wichtig für unser Territorium und unsere Region ist. Wir haben diese Sorge vorgestellt, und wir hofften, dass sie während der Konferenz weitergegeben werden könnte.

Es gibt viele Probleme in Afrika, wo Naturschützer gegen die indigenen Völker vorgehen, die in diesen Gebieten leben. Wir, die Indigenen Brasiliens, haben in den Diskussionen, die wir während der Konferenz geführt haben, versucht zu erklären, dass wir dies für eine völlig unmögliche, absurde Sache halten.

Mich hat auch der Zynismus der Regierungen gestört. So sprachen beispielsweise das kanadische Umweltministerium und der australische Minister mitten in der Mobilisierung der indigenen Völker auf der COP 15 über eine mögliche Regulierung einer nachhaltigen Form der Goldgewinnung. Kannst Du Dir das vorstellen? Unsere Kritik dreht sich vor allem um diesen Zynismus der Regierungen und um die beiden unterschiedlichen Diskurse, die zwischen den Regierungen und den indigenen Völkern bestehen. Unsere Diskussionen und Standpunkte stützten sich weitgehend auf diese Fragen.

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