Australien: Überrepräsentation von Indigenen in Haft

Autorin: Vanessa Axt, Praktikantin im Referat Indigene Völker

Foto: „Kinder im Wasser“ by Ed Gold / Wikipedia CC BY-SA 4.0

Mehr als die Hälfte aller Minderjährigen in Australiens Jugendstrafanstalten sind indigen. Ab einem Alter von 10 Jahren werden sie schon für Bagatelldelikte angeklagt, verurteilt und in Gefängnissen eingesperrt. Die Jugendkriminalität steht laut Queenslands Familien- und Kinderkommission in einem direkten Zusammenhang mit sozialer und wirtschaftlicher Benachteiligung. Um den Kindern eine Chance auf eine bessere Zukunft zu geben, müssen diskriminierende Gesetze abgeschafft, das Strafmündigkeitsalters auf 14 Jahre angehoben und gemeindebasierte Programme gefördert werden.

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Drastischer Rückgang der Geburtenrate in Xinjiang/Ostturkestan – Ein System gezielter Geburtenkontrolle

Autorin: Pia Brunner, Praktikantin im Referat Genozidprävention und Schutzverantwortung

Bild: Michael Wong via flickr

Immer mehr ausgewertete Quellen und Daten belegen die systematische und diskriminierende Geburtenkontrollpolitik der chinesischen Führung gegenüber turkstämmigen Muslim*innen in Xinjiang/Ostturkestan. Sie umfasst strenge Geburtenquoten, Zwangsabtreibungen, das erzwungene Einsetzen von Intrauterinpessaren sowie Zwangsterilisationen. Zuletzt hat sich auch das Australian Strategic Policy Institute eingehend mit der Familienplanungsstrategie der chinesischen Führung beschäftigt und offenbart erschreckende Ergebnisse einer solchen Politik: „The crackdown has led to an unprecedented and precipitous drop in official birth-rates in Xinjiang since 2017“.

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Premier Trudeau: „Sorry“ ist nicht genug!

Kanada muss Empfehlungen der Wahrheitskommission zu den Folgen der Internatsschulen für die First Nations endlich umsetzen

Autorin: Yvonne Bangert, Referentin für indigene Völker

Die täglich neuen Meldungen über Kindergräber, die auf dem Gelände von immer mehr Internatsschulen für indigene Kinder in Kanada entdeckt werden, wecken Abscheu und Entsetzen. Mit Recht. Die Überlebenden dieser Schulen sind ihr Leben lang traumatisiert und geben ihre Traumata an die nächsten Generationen weiter (das sog. transgenerationale Trauma). Die Gräuel in diesen Schulen waren jedoch schon lange bekannt. Bereits 2015 gab eine Kommission für Wahrheit und Versöhnung nach sechsjähriger Arbeit einen Bericht mit 94 Empfehlungen bekannt, die noch immer nicht umgesetzt sind. Zu ihnen gehört der lückenlose Nachweis sämtlicher Friedhöfe indigener Kinder bei den früheren Internatsschulen. Dafür kämpfen die First Nations. Menschenrechts-NGOs wie Cultural Survival, deren Informationen diesem Blog zugrunde liegen, und die GfbV unterstützen diese Forderung. Die medienwirksame Entschuldigung von Premier Justin Trudeau muss zynisch wirken, solange hier nicht endlich fundierte Maßnahmen folgen.

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Kolumbien: Der Streik geht weiter

Friedliche Proteste werden mit Kriminalisierung beantwortet – Paralleljustiz führt zu Übergriffen auf Indigene

Autorin: Vanessa Axt, Praktikantin

Text: „Wenn sie uns weiter töten, werden wir weiter marschieren.“
Foto: Oxi.ap / Flickr cc BY 2.0


Trotz und wegen massiver Repressionen durch staatliche und parastaatliche Akteur*innen hält der Nationalstreik in Kolumbien seit mehr als einem Monat an. Indigene Protestgruppen sind besonders von der Kriminalisierung der sozialen Proteste betroffen. Vom 8.bis 12. Juni besuchte die Interamerikanische Menschenrechtskommission das Land, um die Menschenrechtslage zu untersuchen. Parallel spitzt sich die Situation jedoch weiter zu. Es gibt Berichte von Morden, Verschleppungen und anderen Einschüchterungsversuchen durch Sicherheitskräfte und bewaffnete Zivilpersonen.

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25 Jahre Arktischer Rat oder wem gehört die Arktis?

Autorin: Yvonne Bangert, Referentin für indigene Völker

Goldgräberstimmung in der Arktis: Das neue Gold heißt heute Kupfer, Nickel, Kohle, Erdöl, Erdgas, oder auch Mangan. Die Liste ließe sich fortsetzen. Die Rohstoffe befinden sich auf dem Festland, aber auch im Festlandsockel unter Wasser. Die Seewege bleiben immer länger eisfrei und wecken Begehrlichkeiten für Handelsschifffahrt, Kreuzfahrttourismus und die Militärstrategen der Arktisanrainerstaaten. Die Verteilungskämpfe haben längst begonnen. Auch China, das bereits an einer neuen Seidenstraße in der Arktis arbeitet, ist schon mit dabei. Doch wem gehört die Arktis eigentlich? Den Staaten, die sich die Territorien politisch aufgeteilt haben? Den Indigenen, die seit Menschengedenken die Region bewohnen? Und welche Rolle spielt der Arktische Rat?

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Rote Karte für den Uranabbau – Wähler*innen für Grönlands Autonomieparlament sorgen für Regierungswechsel

Autorin: Yvonne Bangert, Referentin für indigene Völker

Bild: Nickelfabrik in Norilsk (Ninara Flickr CC BY 2.0)

Grönland hat gewählt – und sich mehrheitlich gegen einen Ausbau der Uran-Förderung an der Südspitze der Insel entschieden. Am 16. April 2021 gaben der neue Premierminister, der Inuk Muté B. Egede von der mitte-links-Partei Inuit Ataqatgigiit (IA), und Hans Enokson von der nationalistischen Partii Naleraq die Bildung einer Koalitionsregierung bekannt. Sie will das Mega-Projekt Kuannersuit/Kvanefjeld bei Narsaq auf Eis legen, bei dem die zweitgrößte Uran-Tagebaumine der Welt entstehen und seltene Erden gefördert werden sollten. Außerdem will die Koalition eine neue Anti-Uran-Gesetzgebung verabschieden. Die Atassut Partei, die eine Unabhängigkeit Grönlands von Dänemark anstrebt, hat der Koalition ihre Unterstützung zugesagt.

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Menschenrechtsverletzungen der Türkei endlich offen benennen – ein Überblick über die Lage der Christ*innen in Afrin

Autorin: Laura Bentz, Praktikantin

Bild: Newroz Reso

Drei Jahre nach der völkerrechtswidrigen Besatzung Afrins durch die Türkei schreitet der Ethnozid fort – alles ohne ein aktives Einschreiten der internationalen Staatengemeinschaft.

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Buchrezension – Das Lied der Arktis: Ein Kampf ums Überleben

Autorin: Caroline Siems, Referentin für digitale Kommunikation

Die junge Inuit Uqsuralik lebt mit ihrer Familie in der Arktis. Sie ist noch sehr jung, als sie plötzlich ganz auf sich allein gestellt ist. Denn in einer Nacht bricht das Eis – Uqsuralik befindet sich auf der einen Eisscholle, ihre Famlie auf der anderen. In letzter Sekunde wirft ihr Vater ihr noch ein Bärenfell und eine Waffe zum Jagen zu.

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Kurdische Kultur – Wie wir uns kleiden

Autorin: Ronya Othmann, Journalistin

Bild: Kamal Sido/ GfbV

Die kurdische Kleidung gibt es nicht – und trotzdem ist kurdische Kleidung schnell politisch, steht für Identität, Widerstand, Emanzipation, Tradition und Moderne. Die verschiedenen Bedeutungen verdeutlicht am Beispiel einer Hose und eines Hemds.

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Und dann ging alles plötzlich ganz schnell – Bundestag verabschiedet Gesetz zur Ratifizierung der Konvention 169 der ILO

Autorin: Yvonne Bangert, Referentin für indigene Völker

Anja Esch, Brot für die Welt (l) und Yvonne Bangert, GfbV (r) in Berlin

Manchmal mag ich die Sinnsprüche meiner Großmutter richtig gern, zum Beispiel diesen: Was lange währt, wird endlich gut. Ganz besonders gilt dies zurzeit für das jahrzehntelange zähe Ringen um die Ratifizierung des „Übereinkommen Nr. 169 der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) vom 27. Juni 1989 über eingeborene und in Stämmen lebende Völker in unabhängigen Ländern“, wie dieses Dokument offiziell heißt. Mehrfach wurden Anträge unterschiedlicher Fraktionen an die aufeinander folgenden Regierungskoalitionen abgelehnt oder an die Ausschüsse überwiesen. Fast schien es wie eine never ending story. Doch der lange Atem sympathisierender Parlamentarier*innen und der Lobbyist*innen des Koordinationskreises ILO 169 zahlte sich aus. Plötzlich ging alles ganz schnell. Am 15. April 2021 kurz vor Ende der laufenden Legislaturperiode hat der Bundestag mit der Verabschiedung des entsprechenden Gesetzes die Ratifizierung die Konvention 169 der ILO möglich gemacht.

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