Der Dialog ist der Schlüssel #germandream

Quelle: Hanno Schedler/ GfbV

Autorin: Maira Haroon

Schlagzeilen wie „Demokratie auf dem Rückzug“ oder Videos wie vom Youtuber Rezo „Die Zerstörung der CDU“ sprechen vor allem die Jugend in Deutschland an. Sie können sich immer weniger mit Parteien identifizieren, die wesentliche Kernelemente unserer Demokratie sind. Die Schere zwischen Regierungspolitik und Jugendlichen wird immer größer- genau da setzt die Initiative #germandream an.

Dieses parteiübergreifende Projekt wurde am 4.06.19 von Menschenrechtsaktivistin und Journalistin Düzen Tekkal gestartet. Politiker, Prominente und weniger bekannte Menschen gehen in Klassen und sprechen persönlich auf Augenhöhe mit den Schülern über ihren Lebensweg.

Dadurch sollen junge Menschen inspiriert werden, ihren eigenen #germandream zu kreieren und zu erfüllen. Tekkal sagte in einem Interview mit dem Spiegel: „Die Schüler sollen lernen, wie sich ein glückliches Leben aufbauen lässt. Sie sollen aber auch lernen, was schieflaufen kann – und wie man das wieder geradebiegt. Wie man mit dem Gefühl umgeht, nicht gleich behandelt zu werden. Wie man selbstbewusst wird. Das gilt es, zu vermitteln.“ Anders wie im Sommer 2018, als Menschen mit Migrationshintergrund ihre positiven Erfahrungen und Geschichten in Deutschland mit dem #germandreams erzählt haben, bezieht sich diese Initiative auf jeden einzelnen, unabhängig von seiner Staatsangehörigkeit: „Deine Vorbilder können, aber müssen nicht dieselben Wurzeln haben wie du“. 150 „Wertebotschafter“ unterstützen diese Initiative darunter Cem Özdemir von den Grünen und Sara Nuru ehemalige Germany’s Next Top Model Kandidatin.

Herz und Seele dieser Initiative ist der demokratische Austausch auf Augenhöhe und eine nachhaltige Wirkung auf unsere Gesellschaft. „Bei allem, was in diesem Land nicht funktioniert: miteinander reden geht noch.“ #germandream füllt eine sehr wichtige Lücke in Deutschland. Die Politik nimmt die jüngere Generation kaum ernst bzw. pflegt ihre Beziehungen zu ihr viel zu wenig. Das Durchschnittsalter von Parteimitgliedern beträgt 50-60. Sie wirken auf viele junge Menschen unerreichbar, unverständlich und sie fühlen sich von ihrer eigenen Regierung im Stich gelassen. Dieser Frust wurde spätestens im Video vom oben erwähntem Youtuber Rezo deutlich.

Die gfbv- Gesellschaft für bedrohte Völker- gratuliert Düzen Tekkal, Tochter kurdisch-Yezidischer Flüchtlinge, die vor über 50 Jahren nach Deutschland kamen, zum Start von #germandream. Sie pflegt seit Jahren einen engen Kontakt mit ihr. Düzen Tekkal ist nicht nur eine freie Journalistin, sondern auch Filmemacherin/Regisseurin und Kriegsberichterstatterin mit dem Schwerpunkt Irak, Syrien, Türkei und Kurdistan. Zudem ist sie Gründerin und Vorsitzende der Hilfsorganisation hawar.help, welche durch Projekte wie „back to life“ Frauen, die in IS- Gefangenschaft waren, bestärkt, neue Fähigkeiten zu erlernen und ihr eigenes Einkommen zu verdienen.

Dank ihrem Einsatz werden zwischen Politik und Jugend Brücken gebaut. Unsere freiheitliche- demokratische Grundordnung wird in Zeiten der Unordnung gefestigt. Ihre Arbeit erinnert uns: Der Dialog ist der Schlüssel.


Unsere freiheitliche Demokratie lebt nicht von Umfragen, sie lebt von Engagement und Courage! (Roman Herzog)

Autor: GfbV Online

Hinter GfbV Online versteckt sich das Onlineteam der international tätigen Menschenrechtsorganisation "Gesellschaft für bedrohte Völker e.V".

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