Fast hundert Jahre später beginnt in Argentinien ein Prozess gegen ein Massaker an Indigenen

Autorin: Eliane Fernandes, Referentin für indigene Völker

Foto: Rosa Grilo, 114, Überlebende vom Napalpí Massaker.

Die argentinische Justiz hat am 19. April einen Prozess eröffnet, der das sogenannte „Massaker von Napalpí“ im Jahr 1924 aufklären soll. Bei dem Massaker wurden zwischen 300 und 500 Angehörige der indigenen Völker der Qom und Moqoit durch Soldaten, Polizisten und Siedler ermordet.

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Die verlorenen Säuglinge von Halabja und ihre Schicksale

Giftgas-Angriff auf kurdische Zivilbevölkerung

Autor: Kamil Basergan, Journalist und arbeitet für den WDR. Für den vorliegenden Text stellte ihm der Journalisten Karwan Zirak Nuri sein Interview mit Zmnako zur Verfügung

Das Halabja-Monument erinnert an die Opfer des Giftgas-Angriffs. Zur Gedenkstätte gehört auch ein Museum, in dem sich Besucher über den 16. März 1988 und seine Folgen informieren können.
Foto: © Kamal Sido/GfbV

Kurz vor dem Ende des ersten Golfkrieges zwischen Iran und Irak nimmt der irakische Diktator Saddam Hussein 1988 die eigene Bevölkerung in der kurdisch-irakische Stadt Halabja unter Beschuss – mit Giftgas. Die Stadt versinkt in Nebel und Chaos. Tausende sterben. Eltern verlieren ihre Kinder, Kinder ihre Eltern. Bis heute gelten Menschen als vermisst. Doch manche Kinder finden nach Jahren ihren Weg nach Hause.

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Die angeordnete Auflösung von Memorial International und dem Menschenrechtszentrum – was bedeutet das für die russische Zivilgesellschaft?

Ein Gastbeitrag von Christina Riek von Memorial Deutschland e.V.

Bild: Memorial International

Am 28. Dezember 2021 fasste der Oberste Gerichtshof der Russischen Föderation das Urteil, Memorial International aufzulösen und nur ein Tag später beschied das Moskauer Stadtgericht, das Menschenrechtszentrum Memorial aufzulösen. Beide Urteile sind politische Urteile und zeigen, wie es um die Rechtsstaatlichkeit in Russland steht und in welcher Gefahr die demokratische Zivilgesellschaft heute ist.

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Kampf gegen die Kriminalisierung von Indigenen in Brasilien

Autorin: Eliane Fernandes, Referentin für indigene Völker

Brasilianische Indigenen entwickeln Plattform, um Informationen über Kriminalisierungsfälle von indigenen Völkern in Brasilien zu erhalten und zu systematisieren.

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Die lange Suche von Kindern und ihren Müttern

Chile: Illegale Adoptionen von indigenen Kindern

Autor*innen: Regina Sonk in Gesprächen mit Alina Rodenkirchen und María Diemar

Die chilenische Organisation „Hijos y Madres del Silencio“ (deutsch etwa: Kinder und Mütter der Stille) hilft Müttern und Kindern bei der Suche nacheinander. Bereits mehr als 250 Familien konnte sie zusammenbringen. Kontakt: hmdelsilencio@gmail.com
Foto: © Hijos y Madres del Silencio

Chiles Diktatur wirkt nach: Tausende heute erwachsene Adoptivkinder suchen ihre Wurzeln im chilenischen Süden. Denn in den 1970er und 1980er Jahren wurden sie gestohlen, als Kleinkinder, oft im Säuglingsalter, gegen den Willen ihrer Mütter zur Adoption freigegeben. Über Adoptionsagenturen wurden sie an Familien in Europa verkauft. Heute fordern Betroffene Aufklärung und juristische Aufarbeitung.

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Wenn der Zweck die Mittel heiligt: 30 by 30 und das neokoloniale Problem

Umweltschutz vs. Menschenrechte

Autor*innen: Nadja Grossenbacher und Christoph Hahn

Angehende Ranger*innen des Southern African Wildlife College, vor den Toren des Great Limpopo Transfrontier Parks.
Foto: Media Club/Flickr CC BY-SA 2.0

Bis 2030 sollen 30 Prozent der Erdoberfläche als Naturschutzgebiete ausgewiesen werden – klingt gut, ist es aber nicht. Denn dabei bleiben die Menschenrechte gerade derer auf der Strecke, die Naturschutz schon heute beispiellos leben. Lokale Bevölkerungen bekommen es stattdessen mit Waffengewalt zu tun. Dabei sind andere Wege möglich.

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„Wir müssen reden, auch wenn es keine Hoffnung mehr gibt“

Die neue Kolonisierung der sibirischen Arktis

Autorin: Tatjana Britskaya, übersetzt von Yvonne Bangert

Bild: Artur Tumasjan via Unsplash

Die Online-Zeitschrift The International Barents Observer dokumentiert zuverlässig und faktengenau in Russisch und Englisch Fragen zu Umwelt, Rohstoffförderung, Menschenrechte der Indigenen aber auch Militarisierung der sibirischen Arktis und anderer Regionen um die Barentssee. Häufiges Thema: der in den letzten Jahren rapide zunehmende Neo-Kolonialismus Russlands, das in immer größeren Gebieten gigantische Rohstoffvorkommen erschließt. Tatjana Britskaya vergleicht in ihrem Beitrag über „Die neue Kolonisierung der Arktis“ (25.11.2021) die damit einhergehenden Repressionen gegen die Indigenen in Sibirien mit der Anfangszeit der Industrialisierung des Nordens unter Stalin vor fast 100 Jahren, nur jetzt zu Gunsten der Privatwirtschaft und nicht der Staatswirtschaft. Wir veröffentlichen eine zusammenfassende Übersetzung der GfbV. Der Beitrag wurde im Original in Russisch verfasst und vom Barents Observer in eine englische Fassung gebracht, die uns als Vorlage diente. Diese kann hier nachgelesen werden.

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Menschenrechtsverletzungen in der Fischfangindustrie

Autorin: Nadja Grossenbacher, Referentin für Genozidprävention & Schutzverantwortung

Bild: Mumtahina01

Die Todesopfer in der Fischfangindustrie gehen über Meereslebewesen hinaus. Auch Menschen werden in diesem Zusammenhang ermordet, unterdrückt und versklavt.

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Kontrolliert, verhört und gefoltert – Das Leben eines Uiguren

Autorin: Leonore Winkler

Bild: https://en.wikipedia.org/wiki/Abduweli_Ayup#/media/File:Abduweli_Ayup.jpg

Im August 2013 steigen zwei Männer aus einem schwarzen VW Santana ohne Nummernschild. Sie befehlen Abduweli Ayup mitzukommen. Er wehrt sich nicht. Ayup weiß, dass sie gekommen sind, um ihn zu verhaften. Er weiß allerdings noch nicht, wie grausam ihre Verhörmethoden sein werden.

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Olympische Spiele in einer Diktatur – Sponsored by Allianz Versicherungen

Winterspiele im Land der Lager

Autorin: Esther Lichtenfeld, Praktikantin

Bild: Hanno Schedler/ GfbV 2021

Mit Millionensummen wird sich von multinationalen Unternehmen das Recht erkauft, die Olympischen Spiele finanziell zu unterstützen. Das Sportevent zieht immerhin, wenn nicht gerade eine weltweite Pandemie ist, Millionen von Zuschauer*innen in die Austragungsländer und die Übertragung wird von hunderten Millionen Menschen vor den Bildschirmen verfolgt.

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