WM in Katar: Deutsche Akteur*innen müssen mehr Verantwortung übernehmen

Katar steht aufgrund zahlreicher Menschenrechtsverstöße, der Verfolgung von LGBTQIA+, fehlender Frauenrechte, der Terrorfinanzierung und fehlendem Arbeitnehmer*innenschutz, insbesondere für migrantische Arbeitnehmer*innen, in der Kritik. Seit der WM-Vergabe in das Emirat sollen etwa 6500 Arbeitsmigrant*innen dort gestorben sein. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) und andere Menschenrechtsorganisationen sehen in Katars Investitionen in den Sport und der Vergabe der WM ins Emirat den Versuch, den Fußball zu Werbezwecken zu missbrauchen und sich als Global Player zu vermarkten. Trotzdem gibt es viele deutsche Unternehmen und Akteur*innen, die mit Katar wirtschaftliche Beziehungen unterhalten. Das ruft wiederholt Kritik an den Partnerschaften durch die Zivilgesellschaft hervor, mit der sich die deutsche Seite auseinandersetzen muss.

Von Louis Westerkamp; Foto: Fans des FC Bayern München. Teile der Fanszene und Mitglieder protestieren gegen die Partnerschaft ihres Vereins mit Katar. Von wolf4max/flickr CC BY-NC-ND 2.0

Weiterlesen »

Politisch? Fußball doch nicht! | Zum Verhältnis von Politik und Fußball, Teil II

Fußball kann politisch missbraucht werden und weltweit gewissermaßen als Antibiotikum dienen, das bei bestimmten Symptomen zur Linderung oder Heilung von sozialen Problemen beiträgt. Der Möglichkeit des Marketings bedienen sich dabei nicht nur undemokratische Länder. Da Fußball auf dem ganzen Globus gespielt und geliebt wird, erweist er sich als eine durchaus lukrative und öffentlichkeitswirksame Möglichkeit der Projektion für politische Akteure. Die wiederholten Kabinenbesuche der Altbundeskanzlerin Angela Merkel bei der Nationalmannschaft mit PR-wirksamen Fotos sind hierfür ein Beispiel. Der entscheidende Unterschied zu autokratisch und diktatorisch regierten Ländern ist, dass dort diese Form der Propaganda nicht kritisch publik gemacht werden darf.

Von Hubeyb Yöntem; Foto: Wladimir Putin gibt im Luzhniki-Stadion den Startschuss für die FIFA World Cup Trophy Tour im September 2017. via Wikimedia

Weiterlesen »

Senegal: Ausbeutung und Missbrauch von Kindern an Koranschulen

Im gesamten Senegal werden rund 100.000 Kinder, die sogenannten talibés, im Auftrag ihrer Koranlehrer (marabouts) gezwungen, täglich um Geld, Lebensmittel, Reis oder Zucker zu betteln. Unter den Augen der senegalesischen Regierung werden die Kinder in den Koranschulen (daraas) oft geschlagen, angekettet und anderen Formen körperlichen und psychischen Missbrauchs ausgesetzt.

Von Elias Stumpf; Foto von Hennie Stander, Unsplash

Weiterlesen »

Internationales Recht: Krieg der Drohnen

In bewaffneten Konflikten weltweit spielen Drohnen immer häufiger eine zentrale Rolle. Ihre Vorteile liegen auf der Hand: maximaler Schaden beim Gegner bei minimalem Eigenrisiko. Doch klare internationale Regeln gibt es für ihren Einsatz bislang nicht. Eine Einordnung ins humanitäre Völkerrecht.

Von Jeanette Baumann | Foto: Bayhaluk/Wikipedia CC BY-SA 4.0

Weiterlesen »

Demarcaçao já! Demarkierung jetzt!

Die Guarani Kaiowá sind eines der größten indigenen Völker Brasiliens mit etwa 40.000 Menschen. Sie leben im Südosten des Landes im Bundesstaat Mato Grosso do Sul. Ihre Situation ist extrem prekär. Aus diesem Grund können sie ihre Kultur nicht ausleben, ihre politischen Rechte werden systematisch verletzt und ihre Unversehrtheit wird nicht gewährleistet. Allein 2020 wurden 34 Mitglieder ermordet. Die Situation hat sich 2022 noch weiter zugespitzt und den letzten Monaten mit mehreren Mordopfern einen neuen Höhepunkt erreicht.

Von Charlotte Kleine; Foto: Romerito Pontes | Flickr

Weiterlesen »