Völkerrechtliche Analyse und persönliche Erzählungen zum Jahrestag der türkischen Besetzung von Afrin

„Ich werde das Dorf meines Vaters nie wieder sehen“ – Dr. Kamal Sido

„Die Zeit arbeitet gegen die Menschen in Afrin“, sagt Dr. Kamal Sido. Seit 2018 ist die Region von der Türkei besetzt, viele Menschen sind seitdem geflohen, die Bevölkerung wird immer älter. Wie geht es den Menschen aus Afrin in Nordsyrien heute? Hat die Türkei mit der Besetzung durch die „Operation Olivenzweig“ das Völkerrecht gebrochen? Und welche Optionen haben Opfer, um Gerechtigkeit zu bekommen? Diese Fragen diskutierten der Jurist Kendal Moussa und Dr. Kamal Sido, Nahost-Experte bei der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am 18. März bei einem Vortrag in Göttingen.

Text: Dr. Kamal Sido, Referent für Ethnische, religiöse, sprachliche Minderheiten und Nationalitäten und Sarah Neumeyer, Referentin für Presse und Kommunikation

Foto: Myriam Givens, Mitarbeiterin im Referat Digitale Kommunikation

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COP28: Tausche Menschenrechte gegen Schönrechnerei – Wenn indigene Völker für die größten Treibhausgasemittenten herhalten müssen

Die diesjährige Weltklimakonferenz in Dubai könnte zu einem Markt verkommen, auf dem Emissionsausgleichsprojekte verschachert werden – für indigene Völker weltweit steht bereits jetzt viel auf dem Spiel. Ein Text von Referent Christoph Hahn.

Foto: (1) Präsident der COP28, Sultan Al-Jaber, Arctic Circle und (2) Maasai in Kenya, Anita Ritenour, Flickr

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Aboriginal Australians vor dem Referendum

Am 14. Oktober steht in Australien ein Referendum an, das weitreichende Folgen für die Indigenen im Land haben kann – dort nur „The Voice“ genannt. Die Wahlberechtigten Australiens entscheiden über die Frage: Soll im australischen Grundgesetz ein beratendes Gremium für die Aboriginal Australiens und Torre Strait Islanders eingerichtet werden — oder nicht? Eine Frage, die einfach klingt. Die Lage ist aber kompliziert. Am Abend des 4. Oktober informierte die GfbV-Koordinatorin für Australien, Marion Caris, in einer Onlineveranstaltung über die Hintergründe des Referendums in Australien.

Text: Sarah Reinke | Foto Credits: Stephan Ridgway, Flickr, Matt Hrkac, Flickr

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Der Nationalpark Yasuní- Ein Paradies in Bedrohung

Am 20. August 2023 soll in Ecuador im Zusammenhang mit der Präsidentschaftswahl erneut in einem Referendum und einer Volksbefragung darüber abgestimmt werden, Bergbauaktivitäten und die Gewinnung von Öl in mehreren Regionen des Landes freizugeben. Hiervon wären einige besondere Ökosysteme betroffen, beispielsweise der Choco Andino, der letzte Wald rund um die Hauptstadt Quito. Vor allem soll das Yasuní-ITT-Feld (Ishpingo, Tambococha, Tiputini) freigegeben werden, da hierunter 20% des Öls des Landes liegen. Die Ölgewinnung in diesem und anderen Gebieten stellt eine große Bedrohung für die Natur und die dort lebenden indigenen Gemeinschaften dar.

von Maya Erb; Foto: MattHewitt | CC BY 2.0

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Marco Temporal Não! – Gesetzesentwurf bedroht die Rechte der indigenen Völker Brasiliens

Der linksgerichtete Präsident Lula hatte während seines Wahlkampfes eigentlich versprochen, die Rechte der indigenen Bevölkerung Brasiliens zu stärken. Vor allem sollte gegen die Landnahme vorgegangen werden: indigene Territorien sollten geschützt und ihre kulturelle Identität gewahrt und gestärkt werden.

Von Maya Erb; Foto: Hellen Loures / Cimi | Flickr

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