Die Yanomami in Brasilien sind weiterhin massiv bedroht

Autorin: Eliane Fernandes, Referentin für indigene Völker

Illegaler Abbau auf Yanomami-Territorium in Brasilien, Foto: Amazônia Real via flickr

Die brasilianische Vereinigung „Hutukara Yanomami“ veröffentlichte am 11. April einen Bericht über die aktuelle Lage der Yanomami in den brasilianischen Bundesstaaten Amazonas und Roraima. In dem Bericht wird eine Zunahme von illegalen Bergbauaktivitäten auf ihrem Territorium um 46 % allein im Jahr 2021 geschildert. Dadurch erhöhte sich auch die Zahl der kriminellen Übergriffe auf Yanomami-Gemeinschaften.

Weiterlesen „Die Yanomami in Brasilien sind weiterhin massiv bedroht“

Paraguay: Aktuelle Dürre verschärft Landraub und Wassermangel bei Indigenen

Autorin: Maren Thiel, Praktikantin Referat für Indigene Völker

Foto: Dürre im Chaco 2009, aufgenommen von der „EU Civil Protection and Humanitarian Aid“
Lizens Attribution-NonCommercial-NoDerivs 2.0 Generic (CC BY-NC-ND 2.0)

Offiziell stehen die indigenen Territorien im Norden Paraguays unter
Schutz, inoffiziell aber werden sie immer wieder Ziel von illegalen
Abholzungen und Landraub durch Großgrundbesitzer*innen. Die
momentane extreme Dürre in der Region und die sich immer weiter
ausbreitenden Waldbrände verstärken das Problem zusätzlich. Besonders der Wassermangel bedroht Kleinbäuer*innen und Indigene der Region
existenziell. Ein aktueller Bericht der UN spricht von einer „dreifachen
humanitären Krise“ in den nördlichen Provinzen Paraguays ausgelöst
durch die verheerende Wirkung von Trockenheit, Bränden und der Covid19-
Pandemie.

Weiterlesen „Paraguay: Aktuelle Dürre verschärft Landraub und Wassermangel bei Indigenen“

Bolsonaro nutzt Krieg als Vorwand, um Bergbau auf indigenen Territorien zu genehmigen

Autorin: Eliane Fernandes, Referentin für indigene Völker

Foto: Kika Gouvea/WRI Brasil

Der Dachverband der indigenen Völker Brasiliens (APIB) warnt eindringlich vor Bolsonaros politischem Manöver zur Legalisierung des Bergbaus in indigenen Territorien. Dabei nutzen Bolsonaro und seine Unterstützer*innen das Argument, der Ukraine-Krieg würde den Handel mit Düngemitteln auf Kaliumbasis beeinträchtigen. So versuchen brasilianische Politiker*innen den Gesetzentwurf „PL 191“, auch bekannt als „Zerstörungspaket“, im brasilianischen Abgeordnetenhaus und Senat im Eilverfahren zu verabschieden, um u.a. Kaliumvorkommen in indigenen Territorien zu ermitteln und abzubauen.

Weiterlesen „Bolsonaro nutzt Krieg als Vorwand, um Bergbau auf indigenen Territorien zu genehmigen“

Husky vs. Rentier – Sámi-Tourismus in Finnisch-Sápmi

Autorin: Theresa Luedtke, Praktikantin

Photo by Nikola Johnny Mirkovic on Unsplash

Tourismus ist in Nordfinnland auf dem Vormarsch. Beworben als magische Landschaft der Nord-lichter und des Weihnachtsmannes werden immer mehr Besucher*innen angezogen, die auf Huskysafaris die Wildnis erkunden und in Glasiglus schlafen wollen. Huskys und Glasiglus – klingt das nach Finnland? Wer hier stutzt, dem ist aufgefallen, dass das Tourismusmarketing es mit der örtlichen Kultur wohl nicht gerade genau nimmt. Die indigenen Sámi wehren sich gegen diesen Tourismus und wollen ihn mit eigenen Projekten umgestalten.

Weiterlesen „Husky vs. Rentier – Sámi-Tourismus in Finnisch-Sápmi“

Wenn der Zweck die Mittel heiligt: 30 by 30 und das neokoloniale Problem

Umweltschutz vs. Menschenrechte

Autor*innen: Nadja Grossenbacher und Christoph Hahn

Angehende Ranger*innen des Southern African Wildlife College, vor den Toren des Great Limpopo Transfrontier Parks.
Foto: Media Club/Flickr CC BY-SA 2.0

Bis 2030 sollen 30 Prozent der Erdoberfläche als Naturschutzgebiete ausgewiesen werden – klingt gut, ist es aber nicht. Denn dabei bleiben die Menschenrechte gerade derer auf der Strecke, die Naturschutz schon heute beispiellos leben. Lokale Bevölkerungen bekommen es stattdessen mit Waffengewalt zu tun. Dabei sind andere Wege möglich.

Weiterlesen „Wenn der Zweck die Mittel heiligt: 30 by 30 und das neokoloniale Problem“

Infrastrukturprojekte im Amazonas – Eisenbahnen, Bergbau, Wärmekraftwerke, Gaspipelines, Wasserwege

Bild: via Flickr, CC by Lucia Barreiros

Autorin: Telma Monteiro, übersetzt von Juliana Miyazaki

In Fortsetzung des Gesprächszyklus in Partnerschaft mit der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), die ihren Sitz in der Schweiz und in Deutschland hat, folgt eine Zusammenfassung der dritten Gesprächsrunde, diesmal mit dem deutschen Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mit Sitz in Berlin. Das BMZ ist mit guter Regierungsarbeit, der Achtung der Menschenrechte und dem Kampf gegen Korruption verbunden.

Weiterlesen „Infrastrukturprojekte im Amazonas – Eisenbahnen, Bergbau, Wärmekraftwerke, Gaspipelines, Wasserwege“

Der „Grüne Kolonialismus auf der COP 26“ – Es gibt keine Klimagerechtigkeit ohne Gerechtigkeit für Indigene

Übersetzt und zusammengefasst: Yvonne Bangert, Referentin für indigene Völker

Bild: Eliane Fernandes

Glasgow 2021. Vom 31. Oktober bis zum 12. November gaben sich internationale UN-Klimaschützer*innen, Repräsentant*innen von NGOs, Staaten und indigenen Organisationen bei der United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC) – Conference of Parties (COP 26) ein Stelldichein. Viele Indigene hatten es gar nicht erst bis nach Schottland geschafft. Die Hürden der Corona-Regeln waren hoch, manchmal unüberwindbar. Viele konnten außerdem die Kosten für die Reise nach Europa nicht aufbringen und nahmen, wenn überhaupt an Zoom-Veranstaltungen teil. An Lobbygesprächen oder Vernetzungstreffen, die eine physische Präsenz erfordern, konnten sie sich nicht beteiligen, sodass der Klimagipfel für sie weitgehend wirkungslos blieb. Vom Scheitern der Vertragsstaaten, den Klimawandel, Strategien zu seiner Eindämmung und auch die Rolle der Indigenen dabei angemessen zu behandeln, ist daher vielfach die Rede. 

Weiterlesen „Der „Grüne Kolonialismus auf der COP 26“ – Es gibt keine Klimagerechtigkeit ohne Gerechtigkeit für Indigene“

Der Konflikt zwischen grüner Windenergie und indigenen Rechten

Autorin: Dana Dramsch, Praktikantin im Referat indigene Völker

Roan vindpark 13. Mai 2019. Haraheia & noe Einarsdalen. Foto: Ole Martin Wold

Windenergie boomt. Einige Windkraftunternehmen bauen ihre Windkraftanlagen im Gebiet indigener Völker. Jedoch informieren nicht alle vorzeitig und wahrheitsgetreu die indigene Bevölkerung über die geplanten Projekte auf ihrem Land. Dies stellt eine Verletzung indigener Rechte dar, die häufig vor Gericht landet.

Weiterlesen „Der Konflikt zwischen grüner Windenergie und indigenen Rechten“

Der halbierte Amazonas

Autorin: Telma Monteiro, übersetzt und redigiert von Regina Sonk

Hafenanlagen des brasilianischen Transport- und Logistikunternehmens Hidrovias do Brasil bei Miritituba, am Fluss Tapajós. Foto by Hidrovias do Brasil, CC

Flüsse werden ausgebaggert, Staudämme errichtet und eine 1000 Kilometer lange Eisenbahnstrecke soll neben einer bereits existierenden Bundesstraße den Amazonas durchqueren. Die Brasilianische Regierung will ein Infrastrukturprojekt der Megaklasse. Mit Telma Monteiro, Expertin für Genehmigungsverfahren für solche Megaprojekte, sprachen wir mit Deutschen Unternehmen wie der Deutschen Bank über Investitionsrisiken und Menschenrechtsverletzungen.

Weiterlesen „Der halbierte Amazonas“

Überfüllt und verschmutzt – Realität Indigener am Baikalsee

Autorin: Sarah Brandmeier, Praktikantin im Indigenen Referat

Bild von Eugene Kaspersky auf Flickr, 2019.

Ein Ausflug an die Perle Russlands wird immer populärer. Doch weder Anwohner*innen noch Infrastruktur sind auf die Menschenmassen vorbereitet. Der See verschmutzt und indigene Ewenken und Burjaten kämpfen um ihre Identität.

Weiterlesen „Überfüllt und verschmutzt – Realität Indigener am Baikalsee“
%d Bloggern gefällt das: