Die Yanomami in Brasilien sind weiterhin massiv bedroht

Autorin: Eliane Fernandes, Referentin für indigene Völker

Illegaler Abbau auf Yanomami-Territorium in Brasilien, Foto: Amazônia Real via flickr

Die brasilianische Vereinigung „Hutukara Yanomami“ veröffentlichte am 11. April einen Bericht über die aktuelle Lage der Yanomami in den brasilianischen Bundesstaaten Amazonas und Roraima. In dem Bericht wird eine Zunahme von illegalen Bergbauaktivitäten auf ihrem Territorium um 46 % allein im Jahr 2021 geschildert. Dadurch erhöhte sich auch die Zahl der kriminellen Übergriffe auf Yanomami-Gemeinschaften.

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Fast hundert Jahre später beginnt in Argentinien ein Prozess gegen ein Massaker an Indigenen

Autorin: Eliane Fernandes, Referentin für indigene Völker

Foto: Rosa Grilo, 114, Überlebende vom Napalpí Massaker.

Die argentinische Justiz hat am 19. April einen Prozess eröffnet, der das sogenannte „Massaker von Napalpí“ im Jahr 1924 aufklären soll. Bei dem Massaker wurden zwischen 300 und 500 Angehörige der indigenen Völker der Qom und Moqoit durch Soldaten, Polizisten und Siedler ermordet.

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Paraguay: Aktuelle Dürre verschärft Landraub und Wassermangel bei Indigenen

Autorin: Maren Thiel, Praktikantin Referat für Indigene Völker

Foto: Dürre im Chaco 2009, aufgenommen von der „EU Civil Protection and Humanitarian Aid“
Lizens Attribution-NonCommercial-NoDerivs 2.0 Generic (CC BY-NC-ND 2.0)

Offiziell stehen die indigenen Territorien im Norden Paraguays unter
Schutz, inoffiziell aber werden sie immer wieder Ziel von illegalen
Abholzungen und Landraub durch Großgrundbesitzer*innen. Die
momentane extreme Dürre in der Region und die sich immer weiter
ausbreitenden Waldbrände verstärken das Problem zusätzlich. Besonders der Wassermangel bedroht Kleinbäuer*innen und Indigene der Region
existenziell. Ein aktueller Bericht der UN spricht von einer „dreifachen
humanitären Krise“ in den nördlichen Provinzen Paraguays ausgelöst
durch die verheerende Wirkung von Trockenheit, Bränden und der Covid19-
Pandemie.

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Bolsonaro nutzt Krieg als Vorwand, um Bergbau auf indigenen Territorien zu genehmigen

Autorin: Eliane Fernandes, Referentin für indigene Völker

Foto: Kika Gouvea/WRI Brasil

Der Dachverband der indigenen Völker Brasiliens (APIB) warnt eindringlich vor Bolsonaros politischem Manöver zur Legalisierung des Bergbaus in indigenen Territorien. Dabei nutzen Bolsonaro und seine Unterstützer*innen das Argument, der Ukraine-Krieg würde den Handel mit Düngemitteln auf Kaliumbasis beeinträchtigen. So versuchen brasilianische Politiker*innen den Gesetzentwurf „PL 191“, auch bekannt als „Zerstörungspaket“, im brasilianischen Abgeordnetenhaus und Senat im Eilverfahren zu verabschieden, um u.a. Kaliumvorkommen in indigenen Territorien zu ermitteln und abzubauen.

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Mehr als 600 geografische Standorte in den USA werden umbenannt und ersetzen einen abfälligen Begriff für indigene Frauen, der seit Jahrzehnten verwendet wird

Autorin: Sara Smart, CNN (übersetzt von Yvonne Bangert)

Bild: Twitter @DebHaalandNM

Seit November 2021 gilt eine Anordnung von US-Innenministerin Deb Haaland für die Entfernung und Ersetzung eines auch in Europa vielfach verwendeten abfälligen Begriffs für indigene Frauen, den Begriff der „Squaw“. Er wurde in der Vergangenheit als beleidigende ethnische, rassische und sexistische Verunglimpfung indigener Frauen verwendet.

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Die angeordnete Auflösung von Memorial International und dem Menschenrechtszentrum – was bedeutet das für die russische Zivilgesellschaft?

Ein Gastbeitrag von Christina Riek von Memorial Deutschland e.V.

Bild: Memorial International

Am 28. Dezember 2021 fasste der Oberste Gerichtshof der Russischen Föderation das Urteil, Memorial International aufzulösen und nur ein Tag später beschied das Moskauer Stadtgericht, das Menschenrechtszentrum Memorial aufzulösen. Beide Urteile sind politische Urteile und zeigen, wie es um die Rechtsstaatlichkeit in Russland steht und in welcher Gefahr die demokratische Zivilgesellschaft heute ist.

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Weitere Einschränkung des Schutzes von indigenen Gebieten in Brasilien

Autorin: Eliane Fernandes

Bild: Manuel Terceros via Unsplash

Brasilianische Behörde für Indigene Angelegenheiten FUNAI gibt den Schutz von einem Drittel der indigenen Gebiete auf, wo auch in freiwilliger Isolation lebenden Indigenen leben.

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Der „Grüne Kolonialismus auf der COP 26“ – Es gibt keine Klimagerechtigkeit ohne Gerechtigkeit für Indigene

Übersetzt und zusammengefasst: Yvonne Bangert, Referentin für indigene Völker

Bild: Eliane Fernandes

Glasgow 2021. Vom 31. Oktober bis zum 12. November gaben sich internationale UN-Klimaschützer*innen, Repräsentant*innen von NGOs, Staaten und indigenen Organisationen bei der United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC) – Conference of Parties (COP 26) ein Stelldichein. Viele Indigene hatten es gar nicht erst bis nach Schottland geschafft. Die Hürden der Corona-Regeln waren hoch, manchmal unüberwindbar. Viele konnten außerdem die Kosten für die Reise nach Europa nicht aufbringen und nahmen, wenn überhaupt an Zoom-Veranstaltungen teil. An Lobbygesprächen oder Vernetzungstreffen, die eine physische Präsenz erfordern, konnten sie sich nicht beteiligen, sodass der Klimagipfel für sie weitgehend wirkungslos blieb. Vom Scheitern der Vertragsstaaten, den Klimawandel, Strategien zu seiner Eindämmung und auch die Rolle der Indigenen dabei angemessen zu behandeln, ist daher vielfach die Rede. 

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„Wir müssen reden, auch wenn es keine Hoffnung mehr gibt“

Die neue Kolonisierung der sibirischen Arktis

Autorin: Tatjana Britskaya, übersetzt von Yvonne Bangert

Bild: Artur Tumasjan via Unsplash

Die Online-Zeitschrift The International Barents Observer dokumentiert zuverlässig und faktengenau in Russisch und Englisch Fragen zu Umwelt, Rohstoffförderung, Menschenrechte der Indigenen aber auch Militarisierung der sibirischen Arktis und anderer Regionen um die Barentssee. Häufiges Thema: der in den letzten Jahren rapide zunehmende Neo-Kolonialismus Russlands, das in immer größeren Gebieten gigantische Rohstoffvorkommen erschließt. Tatjana Britskaya vergleicht in ihrem Beitrag über „Die neue Kolonisierung der Arktis“ (25.11.2021) die damit einhergehenden Repressionen gegen die Indigenen in Sibirien mit der Anfangszeit der Industrialisierung des Nordens unter Stalin vor fast 100 Jahren, nur jetzt zu Gunsten der Privatwirtschaft und nicht der Staatswirtschaft. Wir veröffentlichen eine zusammenfassende Übersetzung der GfbV. Der Beitrag wurde im Original in Russisch verfasst und vom Barents Observer in eine englische Fassung gebracht, die uns als Vorlage diente. Diese kann hier nachgelesen werden.

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