Die Kinder von „Musa Dagh“ heimatlos – Das Schicksal der Armenier in Syrien

Am Wochenende vom 21. bis zum 23. März wurde die syrische Kleinstadt Kassab, an der türkischen Grenze, von radikal islamischen Anhängern der al-Nusra Front angegriffen. Armenischen Quellen zufolge spielt die türkische Regierung eine große Rolle bei der Unterstützung der Islamisten. Mittlerweile ist die Stadt von den Rebellen eingenommen und ein Großteil der Bewohner geflohen.
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Syrien: Islamisten gegen liberale Muslime

Am gestrigen Donnerstag (27.02.14) haben Islamisten von der Gruppe „Islamischer Staat in Irak und in Syrien (ISIS)“, unterstützt von anderen syrischen Jihadistengruppen, die Ruhestätte des kurdischen muslemischen al Khaznawi-Ordens in der Ortschaft Til Maruf im Nordosten von Syrien zerstört. Dutzende von kurdischen Zivilisten, vor allem Kinder, Frauen und Alte wurden getötet, verwundet oder entführt. Zwischenzeitlich sollen kurdische Milizen die Islamisten aus Til Maruf wieder vertrieben zu haben.

Der liberale kurdische al Khaznawi-Orden ist eines der ältesten Orden in Kurdistan und bekannt für seine tolerante Haltung gegenüber Christen, Juden, und Yeziden. In Til Maruf liegt Scheich Muhammad Maashuq al Khaznaw, ein wichtiger Repräsentant des Khaznawi-Ordens, begraben. Das Regime von Bashar al-Assad ließ den Kurden 2007 entführen und ermorden. Weiterlesen „Syrien: Islamisten gegen liberale Muslime“

Euromaidan-Wache Berlin – Die GfbV unterstützt ukrainische Aktivisten

Text: Sarah Reinke

„Die Leute fragen nach unserer persönlichen Geschichte. Sie wollen wissen, woher wir kommen, wieso wir jetzt in Berlin leben und was wir aus der Ukraine hören“, berichtet eine Aktivistin der Euromaidan-Wache Berlin bei einem Treffen im Berliner GfbV Büro.

Seit zehn Tagen ist die Wache zwischen 10 und 18 Uhr besetzt. Sie soll eine alternative Botschaft sein in unmittelbarer Nähe der offiziellen ukrainischen Botschaft in der Albrechtstraße sein. Ein wichtiges Anliegen der Gruppe von Ukrainerinnen und Ukrainern, die in Berlin leben, ist es, mit der deutschen Öffentlichkeit, mit Privatpersonen, Journalisten und Politikern ins Gespräch darüber zu kommen, was tatsächlich in der Ukraine passiert. Auch wollen sie natürlich Handlungsoptionen vorschlagen, Forderungen an die Politik stellen.

Sie analysieren Texte und Berichte aus der Ukraine. Sie sind dort mit ihren Verwandten und Freunden, mit Aktivisten auf dem Kiewer Maidan-Platz aber auch in den Regionen vernetzt. Hier in Berlin haben sie sich in Arbeitsgruppen organisiert, die die unterschiedlichen Aufgaben übernehmen. Es gibt Ansprechpartner für deutsche Journalisten, eine Arbeitsgruppe, die sich für die Menschenrechte in der Ukraine einsetzt und eine weitere, die Nachrichten und Blogbeiträge für den Blog verfasst.

Wichtig ist es auch, die Hilfsbereitschaft der Ukrainer aber auch der Deutschen, für die Aktivisten in der Ukraine zu bündeln und in eine sinnvolle Richtung zu leiten. „Meine Schwester ist Apothekerin, sie weiß genau, was die Menschen brauchen.  In den Zelten auf dem Maidan gibt es viele Kranke. Sie haben Fieber. Wir haben Angst, dass viele eine Lungenentzündung bekommen könnten, sie brauchen Antibiotikum“, berichtet Olga Schuhmann bei dem Treffen. „Jeden Tag aber ändert sich der Bedarf. An einem Tag werden Spritzen geliefert, dann brauchen sie am anderen Tag wieder etwas anderes“, weiß Marina Schubarth, die Leiterin des DokumentarfilmtheatersBerlin, die gerade von einer Reise auf nach Kiew zurückgekehrt ist und die Hilfe hier in Berlin koordiniert.

Mit Aktionen, wie zum Beispiel einem Filmabend im Rahmen der Berlinale, machen die Ukrainer auf die Situation in ihrem Land aufmerksam und sprechen eine breite interessierte Öffentlichkeit an. Die Euromaidan Wache hat sich in kurzer Zeit zu einem wichtigen Informationspunkt entwickelt, von dem aus verschiedenste Aktivitäten  entstehen. Einige Ziele der Gruppe sind schon erreicht: Sie werden wahrgenommen, von Journalisten angesprochen, Spenden gehen ein. 

Genf II: Friedenskonferenz zur Lage Syriens nicht mit allen Repräsentanten der syrischen Bevölkerung.

Heute, am 22. Januar 2014, begann in Montreux, Schweiz die zweite internationale Friedenskonferenz zur Situation in Syrien „Genf II“. Über dreißig Delegationen nehmen an den Gesprächen teil, bevor ab Freitag die Gespräche nach Genf verlegt werden und nur zwischen der syrischen Regierung und Teilen der Oppositionsgruppen mit Hilfe eines UN-Vermittlers weiter geführt werden.

Nachdem die im Juni 2012 abgehaltene erste Genfer Konferenz in ihren Beschlüssen nicht umgesetzt wurde, liegt nun die Hoffnung darin, dass in den nächsten Tagen eine Lösung oder Schritte in Richtung dieser gefunden werden, um die Situation der Bevölkerung zu verbessern. Doch inwiefern sind die teilnehmenden Parteien in der Lage über die Interessen der syrischen Bevölkerung zu entscheiden?

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Weitere Hinweise auf den Export türkischer Waffen nach Syrien

Schon seit Längerem kritisiert die Gesellschaft für bedrohte Völker die russischen Waffenexporte ans syrische Regime, sowie die türkischen Lieferungen an die überwiegend radikal-islamischen Rebellengruppierungen. Damit wird in gefährlich verschärfender Weise Einfluss auf die Gewaltspirale im blutigen Bürgerkrieg genommen, der mittlerweile schon über 120.000 Menschen das Leben gekostet hat. Nun wurde das Thema auch endlich verstärkt in der türkischen Presse aufgegriffen. Ein Reporter der konservativen Tageszeitung Hürriyet recherchierte auf eigene Faust und förderte interessante Daten zutage. Im Folgenden zitieren wir den Artikel im Wortlaut.

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Die Lage der Rohingya und anderer muslimischer Minderheiten in Burma

Die Behörden Burmas verfügten in diesem Monat im Bundesstaat Arakan, dass Angehörige der muslimischen Rohingya-Minderheit in zwei nördlichen Regionen nur noch zwei Kinder haben dürfen. Der Arakan-Staat ist seit Juni 2012 Schauplatz blutiger Auseinandersetzungen zwischen buddhistischen Rakhine und muslimischen Rohingya. Burmesische Sicherheitskräfte ergriffen dabei oft Partei für die buddhistische Mehrheitsbevölkerung und verweigerten der Minderheit den Schutz. Weiterlesen „Die Lage der Rohingya und anderer muslimischer Minderheiten in Burma“

Bundesregierung holt 36 Schwerverletzte aus Syrien nach Deutschland – Dies forderte die GfbV zuletzt im Februar

Die Bundesregierung fliegt 36 Opfer des Bürgerkriegs in Syrien nach Deutschland, um sie in Bundeswehrkrankenhäusern medizinisch zu versorgen, teilt die Süddeutsche Zeitung mit. Die Verletzten werden von der Bundeswehr aus Jordanien nach Deutschland gebracht. Laut Außenminister Westerwelle hat diese Aktion auch die Absicht, die syrische Opposition zu unterstützen, die Westerwelle um Hilfe bat. Statt Waffen soll humanitäre Hilfe bereitgestellt werden. Zum Artikel der Süddeutschen Zeitung 

Pogrom - SyrienAuch die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) appellierte an die Bundesregierung, sich für eine Sonderrechtsvergabe von Visa vor allem für Verletzte aus Syrien einzusetzen. Diese Sonderregelungen sind auch von Nöten, um Familienangehörigen von Flüchtlingen in Deutschland den Nachzug zu ermöglichen. Bisher erhalten Familienangehörige auch dann kein Visum für Deutschland, wenn die hier lebenden Angehörigen die Übernahme der Kosten zusichern. Gerade Verletzten muss die Einreise ermöglicht werden, denn syrische Krankenhäuser sind zumeist sehr schlecht ausgestattet, nötige Medikamente und Geräte fehlen zum Teil gänzlich.

Rupert Neudeck, der Gründer der Hilfsorganisation Grünhelme, sagte im Rahmen eines Interviews mit dem Deutschlandfunk von Syrien aus, dass seitens der Bundesregierung viel mehr in Syrien hätte getan werden können. Bereits im November 2012 berichtete Neudeck in der Zeitschrift „bedrohte Völker – pogrom“ der GfbV von seinen Erfahrungen in Syrien. Er teilte mit, dass weitere Hilfen dringend benötigt werden. Lebensmittel werden knapp, die Wirtschaft bricht zusammen und vor allem die Zivilbevölkerung leidet.

Um weitere Hilfen für die Opfer des Bürgerkriegs in Syrien bereitzustellen und Versehrte nach Deutschland zu bringen, ist es weiterhin wichtig, den GfbV-Appell an die Bundesregierung zu unterstützen. Wenn Sie helfen möchten, dann unterzeichnen Sie den Appell auf der Internetseite der GfbV! Dort können sie zudem weitere Informationen über den aktuellen Stand in Syrien erhalten.

Syrien: Befürchtungen der Minderheiten bewahrheiten sich

Mehr und mehr bewahrheitet sich im syrischen Bürgerkrieg, was einige Vertreter der ethnischen und religiösen Minderheiten des Landes seit Beginn der Militarisierung des Aufstandes befürchtet hatten: radikal-islamistische, arabisch-nationalistische Kräfte gewinnen an Bedeutung in der Opposition und dies könnte fatale Folgen haben für ein Syrien nach Assad.

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Kurden: Dreifacher Mord in Paris

Am gestrigen Donnerstag wurden die drei kurdischen Aktivistinnen, die vergangene Woche in Paris ermordet wurden, in Diyarbakir im Südosten der Türkei beerdigt. Zehntausende nahmen an den Feierlichkeiten teil, um Abschied zu nehmen und friedlich eine umfassende Aufklärung der Morde zu fordern.

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Saudi-Arabien: Religionsgelehrter soll zu Gruppenvergewaltigung in Syrien aufgerufen haben

Der wegen frauenfeindlicher Propaganda umstrittene Religionsgelehrte Mohammed al-Arifi soll Meldungen vom Arbeitskreis Menschenrechte und EuropeNews zufolge eine Fatwa (religiöses Rechtsgutachten) erlassen haben, die zu Gruppenvergewaltigung von Frauen und Mädchen in Syrien aufruft. Damit die “Krieger des Islams“ in Syrien wegen des Fehlens sexueller Freuden nicht kriegsmüde werden, soll der Kleriker aus Saudi-Arabien nur einige Stunden andauernde “Geschlechtsverkehr Ehen“ vorgeschlagen haben.

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