Wo „Big Brother“ alles über Dich weiß

Dass in China regierungskritische Personen und ihre Kontakte systematisch erfasst und überwacht werden, ist nicht neu. So berichtete die nach jahrelangem Hausarrest nach Deutschland abgeschobene chinesische Künstlerin Liu Xia über Videokameras vor ihrer Wohnung, die jeden Besuch festhielten. Chinas Staatssicherheit wollte ganz genau wissen, wer Kontakt mit der Ehefrau des in der Haft verstorbenen Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo aufnimmt.

Von Ulrich Delius, GfbV-Direktor; Foto: GfbV-Archiv

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Das Recht in Frieden zu leben

„El derecho de vivir en paz“ – „Das Recht in Frieden zu leben“. Der Song des während der Militärdiktatur ermordeten Victor Jara avanciert zur Hymne der sozialen Bewegung in Chile. Vorbeifahrende Autos und Orchester auf der Straße spielen ihn. Zu Beginn der Ausgangssperre beschallte er aus Lautsprechern die leergefegten Straßen. Bei den Protesten in Chile organisiert sich die Bevölkerung neu. Zugleich  kommt es weiter zu Plünderungen und Zerstörungen öffentlichen und privaten Eigentums, aber auch Menschenrechtsverletzungen werden tagtäglich durch Polizei und Militärs begangen. Am 28. Oktober soll die Armee endlich von den Straßen abgezogen werden. Eine überforderte Regierung versucht, erste Annäherungen an die Anliegen der Bevölkerung, aber das Vertrauen ist längst beschädigt, die Vorschläge gehen nicht weit genug. Der Wunsch nach einer neuen Verfassung wird lauter. Diese könnte auch die Rechte der indigenen Bevölkerung stärken. Ein Bericht über ein Land, das aufgewacht ist.

Von Fabian Brüning, ehem. Praktikant der GfbV, lebt derzeit in Chile; Foto: Guillermo Nuñey Herrera 2019

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„Wir sind im Krieg gegen einen sehr mächtigen Feind“

In einem Interview im Fernsehen vom 8. Oktober bezeichnete Sebastián Piñera, amtierender Präsident Chiles, sein Land „als wahre Oase mit einer stabilen Demokratie inmitten eines erschütterten Lateinamerikas“.[1] Nicht einmal zwei Wochen später spricht er von einem „Krieg gegen einen sehr mächtigen Feind“ angesichts der seit letzter Woche Montag andauernden Proteste. Was ist passiert in dieser südamerikanischen „Oase“ und was steckt hinter den Protesten? Ein Bericht über ein Land im Umbruch.

Von Fabian Brüning, lebt derzeit in Chile; Foto: Um ihre Unzufriedenheit auszudrücken, werden bei den Cacerolazos als Protestform lautstark auf Haushaltsgegenstände geklopft. RL GNZLZ (CC-BY-SA 2.0)

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Rohstoffe contra Menschenrechte – Vergessene Entkolonialisierung in Cabinda

Wirtschaftsinteressen und der Griff nach Rohstoffen schüren viele Konflikte weltweit. Das Selbstbestimmungsrecht der Völker bleibt dabei oft auf der Strecke. Stattdessen werden schwere Menschenrechtsverletzungen verübt, um die Kontrolle lukrativer Ressourcen zu sichern. Viele dieser Konflikte finden in Europa kaum Aufmerksamkeit, obwohl sie eng mit Europas Kolonialherrschaft in Afrika verknüpft sind. So auch in Cabinda, einer früheren portugiesischen „Kolonie“ im Südwesten Afrikas.

Von Bartolomeu Capita, Co-Vorsitzender des Cabindan National Movement; Foto: Macauhub

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