La Chergas Balkan Brass: Lebendige Roma-Musik

Nicht zum ersten Mal besprechen wir in diesem Blog gute Musik, um neben der klassischen Menschenrechtsarbeit auch die Kultur jener vorzustellen, für die wir uns einsetzen. Nun hat die Band La Cherga neu aufgelegt: diesmal mit einer sehr speziellen CD – „Revolve“! Wer klassischen Balkan-Brass erwartet, liegt nicht unbedingt falsch. Aber diese CD geht weiter. Gleich die beiden ersten Lieder Melaha und Sufi Dub zeigen die Musiker, wie sie sich weiterentwickelt haben: der Gesag wird rauh, aber auch reif. Stets verwurzelt mit ihren Herkunftsländern Kroatien, Bosnien und Mazedionen bleiben sich La Cherga treu und schwimmen weiter gegen den Strom. Die klassischen Akkordeon- und Trompetenklänge werden durch einen satten Bass und einen ziemlichen groove ergänzt. So gibt es aber auch Lieder, die bunt gemischt sind mit Bassdrum, Rapp-Einlagen und kräftigen Gitarren-Riffs. Ungewohnt, aber durchaus auch willkomen sind die vielfältigen Variationen und Beats – so dass es gute Vibrationen gibt, die zum Tanzen gerade zu herausfordern. Darüber hinaus gibt es weitere neue Klangbilder, bei denen Fernweh vermittelt wird – immer wieder mit einer einsamen Trompete und wechselnden Tempi und energischen Beats.

Foto: GfbV-Archiv

Weiterlesen »

A lost generation! Film zu in Deutschland geborenen Roma-Kindern

Vor einiger Zeit setzte sich die GfbV für in Deutschland lebende Roma-Kinder ein, die akut von der Abschiebung in den Kosovo bedroht waren. Hier gibt es einen sehr interessanten Film, der über die Dekade der Roma Inklusion gepostet wurde: „A lost generation“. Die Filme sind auf der Webseite des Regisseurs zu entnehmen. Man kann im Weiteren auch lesen, was im Kosovo selbst den Roma passiert. Dazu im Weiteren ein Interview mit dem kosovarischen Innenminister….

Weiterlesen »

„Kein Arzt, keine Medikamente“ – Tod eines abgeschobenen Roma-Flüchtlings in den Kosovo

Der Fall der nach der Abschiebung ins Kosovo verstorbenen Roma schlägt Wellen – am 7. Dezember 2010 wurde die 47-jährige Romni Frau T. aus dem Landkreis Mayen-Koblenz (Rheinland-Pfalz) über den Flughafen Düsseldorf zusammen mit ihrem Ehemann und ihrem 14-jährigen Sohn abgeschoben. Der psychisch schwerkranken Frau wurde nach der Ankunft keine Hilfe zuteil. Eine fachärztliche Untersuchung unmittelbar vor der Abschiebung hat es offenbar nicht gegeben. Am 7. Januar 2010 erhielt der deutsche Anwalt der Familie die Nachricht, dass Frau T. an den Folgen einer Gehirnblutung verstorben ist. Wer mehr wissen will: der österreichische Roma-Blog hat darüber berichtet und eine News-Sammlung rausgegeben: hier und hier.

Ungarn: Regierung löst Romastiftungen auf

Ungarn hat die EU-Ratspräsidentschaft übernommen und stand gleich aufgrund seines neuen Mediengesetzes in der Kritik. In der öffentlichen Diskussion kommt aber zu kurz folgende Meldung, die ich im D-Roma-Blog fand:

„Ungarn hat soeben die Ratspräsidentschaft der Europäischen Union übernommen; die Schaffung einer einheitlichen europäischen Strategie für die Roma nennt die Regierung hierbei als eines ihrer vorrangigen Ziele. Nun sorgt ausgerechnet ein die Roma des Landes betreffendes Regierungsdekret für Aufsehen. Die Verordnung des Vizepremiers Zsolt Semjén sieht nämlich vor, dass 35 „von der Vorgängerregierung etablierte Stiftungen aufzulösen“ und von von „Non-Profit-Organisationen und öffentlichen Einrichtungen, die durch den Staatshaushalt finanziert werden“, (also von staatlichen Behörden) zu ersetzen seien.“ Hier geht es zur ganzen Meldung. Jaja, Orban, der Roma-Freund….

Offener Brief Günter Grass gegen Abschiebung von Roma

Zur Zeit laufen massive Abschiebungen von Roma in den Kosovo. Diese von der GfbV als „Deportation“ bezeichnete Abschiebe-Praxis rief dieser Tage den Nobelpreisträger Günter Grass auf den Plan, der sich in einem offenen Brief an Bundesinnenminister und die Innenminister der Bundesländer wendet. Ein guter Grund, diesen offenen Brief im Wortlaut an dieser Stelle abzudrucken:

„Bestürzt, empört, entsetzt, ist der Vorstand der Stiftung zugunsten des Romavolks, die Günter und Ute Grass 1997 gegründet haben. Da schaut ganz Europa auf Frankreich und empört sich über den Umgang mit den Vertriebenen und Armutsflüchtlingen der Roma aus Rumänien, und zur gleichen Zeit ist eine Abschiebeaktion großen Ausmaßes von Deutschland in den Kosovo im Gange, die die französischen Maßnahmen noch in den Schatten stellt.“ Weiterlesen »