Galerie für zeitgenössische Kunst der Roma und Sinti öffnet bald seine Pforten in Berlin

In einem guten halben Jahr, wenn wir alle den Herbst und Winter überstanden haben werden, wird in Berlin das Aufbau Haus seine Pforten öffnen. Im Frühjahr 2011 lädt eine bunte Mieterschaft in das dann um- und ausgebaute ehemalige Bechsteinhaus an den Moritzplatz in Kreuzberg. Im Kreativhaus wird auch die GALERIE KAI DIKHAS zu finden sein. Dieser „Ort des Sehens“, so die Übersetzung des Namens der Galerie aus dem Romanes, wird ständig wechselnde Ausstellungen von Roma und Sinti Künstlern aus der ganzen Welt zeigen. Der Musikanbieter „Asphalt Tango Records“ (die ich in diesem Blog bereits vorstellte) ergänzt das einzigartige Konzept der Galerie mit einer festen Hörstation und verlegt auch seinen Berlin Shop an den Moritzplatz nach Berlin-Kreuzberg.

Wer nun mehr wissen möchte über die vielfältige Kunst und Kultur der Romanes und eine Anlaufstelle sucht, in der er oder sie mehr erfahren kann als in den Medien steht, der wird hier in dieser Galerie gut aufgehoben sein.

Frankreich: Zwangsräumungen von Roma-Lagern erinnern an Razzien im Zweiten Weltkrieg

„Sie haben die Türen eingeschlagen und geschrien. Sie befahlen uns herauszukommen, ohne uns Zeit zu lassen, zu essen oder uns zu waschen.“ Mit diesen Worten beschreibt eine Bewohnerin eines von Roma besetzten Hauses in Montreuil bei Paris die Zwangsräumung durch französische Beamte Mitte August 2010. Diese Polizeiaktion, die Roma zum Ausreisen bewegen soll, ist eine von vielen. Ende Juli 2010 kündigte die Regierung an, die Hälfte der etwa 600 illegalen Roma-Lager im Land innerhalb von drei Monaten räumen zu wollen. Weiterlesen »

Roma-NGOs rufen zu Frankreich-Boykott auf

Vor dem Hintergrund der internationalen Protestwelle gegen die Roma-Ausweisungen und den Pariser Einwanderungs-Gipfel am 6. September hat die rumänische Roma-Bürgerallianz zum europaweiten Boykott französischer Waren aufgerufen. Es sei wichtig, den „infamen Gipfel“ zurückzuweisen, der auf die „Stigmatisierung des gesamten Roma-Volkes“ abziele. Die Allianz, eine Dachorganisation von 21 Roma-NGOs in Rumänien, appelliert an „alle Roma-Brüder und -Schwestern, Freunde aus allen ethnischen Gruppen und alle, die sich dem Prinzipien der Gleichheit verpflichtet sind“, sich den Protesten anzuschließen. Durch den Boykott hoffe man, der französischen Regierung klar zu machen, dass „Grundrechte nicht verhandelbar” seien. „Wir wissen natürlich, dass die Kaufkraft von Roma üblicherweise begrenzt ist, aber wir glauben trotztdem, dass diese Aktion nützlich sein wird“, erklärte der Vorsitzende der Bürgerallianz David Mark.

Ich bin dabei! Und Ihr?

Viktor Orbán, Ungarn: Erklärter Roma-Feind

Am Montag protestierten die Kollegen mit einer Mahnwache vor der französischen Botschaft gegen die skandalöse Abschiebepraxis der Regierung Frankreichs, der Roma aus Rumänien und Bulgarien ausgesetzt sind. „Stopp Sarkozy! Roma in Frankreich legalisieren – nicht deportieren!“ heißt es auf unseren Transparenten. Immer wieder berichteten wir auf diesem Blog über das, was den Roma in osteuropäischen Ländern wie Ungarn oder Tschechien passiert – nun hat SpiegelOnline einen interessanten Artikel über die weitverbreitete Roma-Hetze in Ungarn geschrieben, auf den ich an dieser Stelle gerne verweise:

„In Ungarn ist die Ausgrenzung von Minderheiten Mainstream: Auch Premier Viktor Orbán lässt keine Chance aus, sich abfällig über die Roma im Land zu äußern – so hat er geholfen, die rassistische Jobbik-Partei hoffähig zu machen.“ Lies mehr hier….

Roma und Sinti – Eine transnationale Minderheit in Europa

Am 22. und 23.Oktober findet eine Roma-Tagung der Evangelischen Akademie in ihrer Bildungsstätte auf Schwanenwerder statt. Zwar ist das Programm dieser Tagung noch nicht veröffentlicht, dennoch möchte ich schon jetzt auf diese Veranstaltung hinweisen, der Ankündigung nach aber handelt es sich wohl um eine spannende Sache:

„In den Ländern der EU und den potentiellen Beitrittsländern leben ca. 10-12 Mio. Roma – die größte ethnische Minderheit Europas. Die Roma sind seit 1000 Jahren genuiner Teil der europäischen Kultur, doch ihre Geschichte ist häufig von sozialer und politischer Ausgrenzung geprägt. Jüngstes Beispiel ist das rüde Vorgehen des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy gegen die in Frankreich lebenden Roma.

Bei der Tagung mit Wissenschaftlern, Publizisten, Vertretern von Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen und nicht zuletzt Vertretern der Roma selbst wollen wir die Konflikte zwischen Mehrheitsgesellschaften und Minderheit unter die Lupe nehmen. Sie haben sich nach den politischen und wirtschaftlichen Umbrüchen im Osten Europas in vielen Ländern verschärft, obwohl das in der gesamten EU geltende Diskriminierungsverbot Roma und Sinti Gleichbehandlung in allen zivilen und gesellschaftlichen Bereichen garantiert.

Anlässlich der Roma-Konferenz im April 2010 hat die EU-Kommission in einer Mitteilung mit dem Titel „Soziale und wirtschaftliche Integration der Roma in Europa“ eine Agenda zur Integration der Roma vorgelegt. Allerdings ist zu fragen, warum es bei der Umsetzung hapert und viele gute Ansätze zur Integration der Roma und Sinti scheitern. Die aktuelle Abschiebepraxis in Frankreich zeigt, dass die öffentliche Meinung mit zweierlei Maß misst: Sarkozy wird gestattet, was Europa Jörg Haider niemals erlaubt hätte. „