Am 11. März lud die Konrad-Adenauer-Stiftung zum Café Kyiv ein – eine der wichtigsten internationalen Plattformen zur Unterstützung der Ukraine. Auch wir waren als Partner*innen vor Ort in Berlin und luden zu einer hochkarätig besetzte Diskussionsrunde zur Situation der Krimtatar*innen ein. Zudem wurde unser Buchprojekt „Die Krimtataren – Geschichte, Kultur, Politik“ vorgestellt.
Text: Gerrit Jan Hofert, Praktikant im Menschenrechtsreferat
Fotos: Sarah Neumeyer, Referentin für Presse und Kommunikation und Stefanie Grolig, Referentin Digitale Kommunikation
Einblicke in die Diskussionsrunde
Die Podiumsdiskussion beleuchtete die prekäre Lage der indigenen Krimtatar*innen unter russischer Besatzung. Es sprachen namhafte Expert*innen und Aktivist*innen über die systematische Verfolgung der krimtatarischen Gemeinschaft, ihre kulturelle Identität und den Kampf für Menschenrechte.

Olha Kuryshko (Ständige Vertreterin des Präsidenten der Ukraine für die Krim) betonte das Ausmaß der Repressionen: „Von 237 ukrainischen politischen Gefangenen auf der Krim sind 60 Prozent Krimtataren – dabei stellen sie nur rund 12 Prozent der Bevölkerung.“ Warum verfolgt Russland die Krimtataren so gezielt?
Suleiman Mamutov (UN Permanent Forum on Indigenous Issues) erklärte: „Sie sind der lebendige Beweis dafür, dass die russische Behauptung, die Krim sei schon immer russisch gewesen, nicht stimmt. Durch ihre pure Existenz und ihren Widerstand bleibt dieser Mythos eine Lüge.“

Aus der Perspektive der Medienarbeit erläuterte Muslim Umierov (Executive Producer „CEMAAT – Crimean Public Media“) die Herausforderungen unabhängiger Berichterstattung und die Bedeutung von Exilmedien für die krimtatarische Gemeinschaft: „Seit 2014 erleben wir eine massive Verfolgung, doch seit 2022 hat sich die Lage weiter verschärft. Menschen werden sogar für alte Internetposts verhaftet!“ Dennoch betonte er: „Wir sind nicht traumatisiert, wir sind erfahren.“ Diese Erfahrung helfe, Russlands Politik zu durchschauen – und müsse auch international ernstgenommen werden. Denn: „Nur auf einer freien Krim können die Krimtataren als indigenes Volk überleben“, so Muslim.

Fazit und Ausblick
Die Veranstaltung unterstrich die Dringlichkeit, die Lage der Krimtatar*innen auf die internationale Agenda zu setzen. Wir werden weiterhin an der Seite der Krimtatar*innen stehen, um ihre Rechte und ihre Identität zu verteidigen. Das Café Kyiv 2025 zeigte einmal mehr: Solidarität und Aufklärung sind essentiell, um für die Gerechtigkeit der Betroffenen einzutreten.
Wir bedanken uns bei unseren Projektpartner*innen, ohne diese die Veranstaltung nicht möglich gewesen wäre und die unsere Projektarbeit sehr bereichert haben. Dazu gehören:
• Dr. Mieste Hotopp-Riecke, langjähriger ehrenamtlicher GfbV-Experte und Ko-Vorsitzender von ICATAT
• Elnara Nurieva-Letova von der Medienplattform CEMAAT
• Viktoria Savchuk vom Zentrum Liberale Moderne und dem Info-point Krim







