Mord an einem Kosovo-Roma

Sebilje Begani und Gani Rama, ein Roma-Ehepaar aus dem Kosovo, hatten immer große Sorgen um die Zukunft ihrer Kinder. Sie lebten als Flüchtlinge jahrelang in Göttingen und Tostedt bei Hamburg. Im Jahr 2011 wurden sie abgeschoben, obwohl der Familienvater Gani schwer krank war. Am 20.07.2019 wurde er in Priština auf offener Straße erschossen.

Von Jasna Causevic, GfbV-Referentin für Genozidprävention & Schutzverantwortung; Foto: Dzafer Buzoli

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Jin Jiyan- „Die Frau ist Leben“

Am 3. Mai 2019 wurde im Theater in Mönchengladbach das Stück „Jin Jinyan – Der Aufbruch“ aufgeführt. Erzählt wird die Geschichte der Yeziden und Yezidinnen im Sinjar, die 2014 vom IS angegriffen wurden, und des Aufbruchs des yezidischen Volkes. Aufbruch – damit ist die Flucht der Yezid*Innen vor dem Genozid und auch ihre heutige Lage zu verstehen, denn für viele beginnt nach der weitestgehenden Vertreibung des IS ein neues Leben. Die Schweizerin Anina Jendreyko, die selbst lange in kurdischen Gebieten gelebt und gearbeitet hat, hat das Stück inszeniert.

von Theresa Meyer

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Die syrischen Dom: Eine unbekannte Volksgruppe auf der Flucht

Fast täglich hören wir von syrischen Flüchtlingen. Sei es in Berichten über ihre Ankunft in Deutschland, in Nachrichten über Fluchtursachen und –wege oder im Zusammenhang mit dem sogenannten Flüchtlingsdeal mit der Türkei. Was dabei nicht beachtet wird ist, dass syrische Flüchtlinge keine homogene Gruppe darstellen. Unter ihnen sind viele Angehörige von Minderheiten: Christen, Yeziden, Assyrer/Aramäer/Chaldäer, Kurden. Und auch Dom.

von Kamal Sido; Foto: idildemir via iStock [Symbolbild]

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Eiszeit in Finnland

Die indigene Gemeinschaft der Sami in Finnland ist frustriert. Denn auch wenn es ihnen besser geht als vielen anderen indigenen Gruppen weltweit, ist ihre Situation alles andere als perfekt. Wirtschaftliches Interesse bedroht die Weideflächen ihrer Rentiere – und damit ihre Existenzgrundlage -, ihre Rechte als ethnische Minderheit werden von der finnischen Regierung nicht ernstgenommen und Kleinunternehmen schlagen Profit aus Produkten, die sie in einem schlechten Licht darstellen.

von Nadine Trachim, Janine Siewert und Dietmar Hasse; Foto: MicheleVacchiano via iStock

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Roma und Sinti – Eine transnationale Minderheit in Europa

Am 22. und 23.Oktober findet eine Roma-Tagung der Evangelischen Akademie in ihrer Bildungsstätte auf Schwanenwerder statt. Zwar ist das Programm dieser Tagung noch nicht veröffentlicht, dennoch möchte ich schon jetzt auf diese Veranstaltung hinweisen, der Ankündigung nach aber handelt es sich wohl um eine spannende Sache:

„In den Ländern der EU und den potentiellen Beitrittsländern leben ca. 10-12 Mio. Roma – die größte ethnische Minderheit Europas. Die Roma sind seit 1000 Jahren genuiner Teil der europäischen Kultur, doch ihre Geschichte ist häufig von sozialer und politischer Ausgrenzung geprägt. Jüngstes Beispiel ist das rüde Vorgehen des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy gegen die in Frankreich lebenden Roma.

Bei der Tagung mit Wissenschaftlern, Publizisten, Vertretern von Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen und nicht zuletzt Vertretern der Roma selbst wollen wir die Konflikte zwischen Mehrheitsgesellschaften und Minderheit unter die Lupe nehmen. Sie haben sich nach den politischen und wirtschaftlichen Umbrüchen im Osten Europas in vielen Ländern verschärft, obwohl das in der gesamten EU geltende Diskriminierungsverbot Roma und Sinti Gleichbehandlung in allen zivilen und gesellschaftlichen Bereichen garantiert.

Anlässlich der Roma-Konferenz im April 2010 hat die EU-Kommission in einer Mitteilung mit dem Titel „Soziale und wirtschaftliche Integration der Roma in Europa“ eine Agenda zur Integration der Roma vorgelegt. Allerdings ist zu fragen, warum es bei der Umsetzung hapert und viele gute Ansätze zur Integration der Roma und Sinti scheitern. Die aktuelle Abschiebepraxis in Frankreich zeigt, dass die öffentliche Meinung mit zweierlei Maß misst: Sarkozy wird gestattet, was Europa Jörg Haider niemals erlaubt hätte. „