Die Militärjunta Burmas plant, mehr als 30 Staudämme zu errichten. Für die ethnischen Minderheiten im Land werden diese Großprojekte massive Nachteile bringen. Die Militärjunta hingegen erzielt Gewinne durch den Verkauf des produzierten Stromes ans Ausland, gibt diese jedoch nicht an die Bevölkerung weiter. Die kulturellen Folgen für die ethnischen Minderheiten sind verheerend. Zehntausende Angehörige ethnischer Minderheiten müssen wegen der gigantischen Staudammprojekte zwangsumgesiedelt werden. Sie verlieren ihre historisch bedeutenden kulturellen Stätten und damit ihre Identität als ethnische Gruppe. Eine Entschädigung für das Land und ihre Häuser wird meist nicht gezahlt. Beim Bau dieser Staudämme werden mit großer Sicherheit Zwangsarbeiter eingesetzt. Kaum absehbar sind außerdem die ökologischen Folgen der Aufstauung der Flüsse. Der Artenreichtum an Landtieren, Fischen und Pflanzen wird massiv zurückgehen. So wird den Fischern die Lebensgrundlage entzogen, und die am Unterlauf der Flüsse lebenden Bauern werden unter dem Wegfall alljährlich auftretender Überschwemmungen leiden, die den Boden fruchtbar machen.Weiterlesen »
Schlagwort: Burma
Neue Rohingya-Boatpeople vor Thailand und Malaysia
Nahezu 100 neue Bootsflüchtlinge der muslimischen Minderheit der Rohingya haben am 8. März 2010 Thailand erreicht, berichtete Kaladan Press am 10. März 2010. Sie wurden von thailändischer Marine aufgegriffen, die sie daran hinderte an Land zu gehen. Weiteren Zeitungsberichten zufolge (wie etwa von CNN oder Phuket Wan) handelte es sich um 93 männliche Flüchtlinge zwischen 16 und 50 Jahren. Die Militärs versorgten die Flüchtlinge mit Nahrungsmitteln, Treibstoff und anderen Hilfsgütern um sie anschließend aus den thailändischen Hoheitsgewässern zu verjagen. Thailand bleibt zu Vorwürfen stumm. Tage später erreichte das Boot schließlich die rettende Küste Malaysias. In der Nähe der Insel Langkawi wurden die Rohingya von malaysischer Marine gefunden. Sie sollen der UN-Flüchtlingsbehörde übergeben werden, hieß es in The Straits Times, einer Zeitung Singapurs.
Von Myriam Pechan
Rohingya – verfolgt, verhöhnt, verletzt
Unter dem Titel Verfolgt, verhöhnt, verletzt publizierte Spiegel Online am 03. März 2010 einen Bericht über die Minderheit der Rohingya. Der Artikel beschreibt die Unterdrückung der Muslime aus Nordwest-Burma, zum Exodus gezwungen, und ihr unwürdiges Leben in der Diaspora: als angreifbare Flüchtlinge ohne Flüchtlingsstatus in Burmas Nachbarstaaten, denen täglich Gefängnis oder Abschiebung droht.
Spiegel Online widmet den Rohingya außerdem eine eindringliche Fotostrecke.
Die Macht der Bilder und die Frage nach ihrer Verantwortung – eine Kamera bezeugt das Leid der Rohingya
Using the Power of Photography to Promote Global Awareness –
Das ist der Leitgedanke von SocialDocumentary.net (SDN), einer Plattform für Fotografen, NGOs, Journalisten, Fotografie-Begeisterte und all jene, die die Überzeugung teilen, dass Bilder einen wichtigen Beitrag leisten: Für die (kritische) Auseinandersetzung mit der Welt, in der wir leben, für Aufklärung und Bildung. Sie sind in der Lage, uns zu informieren, zu erinnern, unsere Aufmerksamkeit zu lenken. Fotografie ist somit eine Möglichkeit, einem Thema Ausdruck und Öffentlichkeit zu verleihen. Ihr Grundprinzip des Fokussierens und des Adressierens kann im Sinne von universalen Menschenrechten und ethischen Werten zum Einsatz kommen: Dringendes, Abseitiges oder Verdrängtes in den Mittelpunkt rücken, hinterfragen oder bezeugen, sich an Betrachter wenden und an sie appellieren.
Von Myriam Pechan
Eskalation in Bangladeshs Flüchtlingslagern: Zehntausende Flüchtlinge aus Burma leiden unter lebensbedrohlicher Not und Feindseligkeit
Seit Jahrzehnten geht die Militärdiktatur in Burma (Myanmar) brutal gegen die über 100 ethnischen Minderheiten des Landes vor, treibt sie in eine risikoreiche, oft tödlich endende Flucht. Im mehrheitlich buddhistischen Burma leidet besonders die muslimische Gemeinschaft der Rohingya aus Arakan, Westburma unter jahrelanger Repression und Ausgrenzung. Sie sind von der burmesischen Junta weder als Minderheit registriert noch als Bürger Burmas anerkannt. Arakan ist keine Heimat mehr – statt in einem Zuhause leben die Rohingya dort in einem Apartheidsystem: Es braucht eine offizielle Genehmigung (und oft das nötige Bestechungsgeld) das eigene Dorf zu verlassen, zu arbeiten oder zu heiraten. Moscheen dürfen weder repariert noch neu gebaut werden…
Von Myriam Pechan

