Am Wochenende vom 21. bis zum 23. März wurde die syrische Kleinstadt Kassab, an der türkischen Grenze, von radikal islamischen Anhängern der al-Nusra Front angegriffen. Armenischen Quellen zufolge spielt die türkische Regierung eine große Rolle bei der Unterstützung der Islamisten. Mittlerweile ist die Stadt von den Rebellen eingenommen und ein Großteil der Bewohner geflohen.
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Kategorie: Literatur
„Leichen im Keller“ – wie Deutschland international gesuchte Kriegsverbrecher schützt (Buchbesprechung)
Die GfbV begrüßte im November 2009 die Festnahme der beiden gefürchteten FDLR-Milizen-Führer Ignace Murwanashyaka und Straton Musoni in Mannheim und Nürtingen. Das sei „Deutschlands bislang wichtigsten Beitrag zum Ende von Massenmord und Vertreibung im Kongo“. Doch beide konnten vorher lange Jahre ungestraft von Deutschland aus operieren – und die deutschen Sicherheitsbehörden schauten weg. Daher rührt der Titel dieses sehr gut recherchierten Bandes: „Deutschlands Leichen im Keller“. An den Beispielen Ruanda, Kongo, Somalia, Äthiopien und Uskekistan zeichnet der bekannte Fernseh-Reporter Markus Frenzel Deutschlands Beitrag zu Völkermord und Menschenrechtsverletzungen.
Foto: GfbV-Archiv
Die Biographie Liu Xiaobos
Als was ist Liu Xiaobo nicht alles beschrieben worden? Als „Bürgerrechtler und Staatsfeind“ oder als „große Hoffnung Chinas Literatur seit 1918“. Seit seinem Friedens-Nobelpreis ist er auch einem breiten Publikum in Deutschland bekannt. Nun kam im riva-Verlag Bei Lings Biografie über Liu Xiaobo auf den deutschen Markt.
Das bemerkenswerte dabei: obwohl beide Gründungsmitglieder des chinesischen PEN und lange Zeit befreundet, so haben sich die beiden streitbaren Charaktere in der Zwischenzeit sehr zerstritten. Dies prägt natürlich auch diese Biographie: Bei Ling gibt eine sehr subjektive Sicht und erzählt (wenn auch zum Glück nur am Rande) seine eigene Geschichte, seine eigene Wahrnehmung. Ob er Liu Xiaobo die große Ehre des Preises neidet? Oder ob er nur im Windschatten des Berühmteren Geld verdienen will? Zum Glück treten Bei Lings eigene Ambitionen in diesem Band zurück. Was bleibt, sind interessante Einblicke in das Leben des Friedens-Nobelpreisträgers.
Foto: GfbV-Archiv
Marjane Satrapis „Sticheleien“ – Frauen in Teheran….
Mit Persepolis erorberte sich Marjane Satrapi die Herzen europäischer Comic-Fans. Ebenfalls aus ihrer Feder: „Sticheleien“. Hier schildert sie den Alltag iranischer Frauen in Teheran. Doch können Comics politisch sein? Wieso eigentlich Comics in diesem Blog? Man könnte ja einwenden, dass die in Frankreich lebende Marjane Satrapi mit „Persepolis“ und den „Stichelein“ lediglich ihre eigene Geschichte erzählt und Menschenrechtsverletzungen vordergründig nicht zur Sprache kommen.
Doch diese Geschichte spielt zur Zeit der iranischen Revolution, als der Schah gestürzt (bekannt für seine Prunksucht und die Unterdrückung poiltisch Andersdenkender) und durch ein theokratisches Regime ersetzt wurde, über dessen Menschenrechtsverletzungen die GfbV und andere Menschenrechtsorganisationen (zum Beispiel amnesty) häufig genug ebenfalls berichteten.
Satrapi jedenfalls erzählt ihre Geschichte, die nur vordergründig einer Komödie gleicht – denn obwohl draußen auf der Straße die Tyrannei des jeweiligen Regimes herrscht (sei es monarchisch geprägt oder religiös motiviert), finden die Frauen, von denen Satrapi erzählt, zu Hause ihre Freiräume. In diesen herrscht Redefreiheit, kein Tabu wird dabei ausgespart, mag es noch so Klischeebeladen sein. Zitat: „Und so begannen wir unseren Herzen ausgiebig Luft zu verschaffen…“ Der Titel des Bandes ist Programm: es wird gestichelt, gelästert und getratscht. Und so subversiv gegen diverse Dogmen angekämpft, die die Rolle der Frau unterdrücken.Weiterlesen »
Mit dem Wind fliehen – Roman aus Sri Lanka
In diesem Blog ging ich immer wieder auf das Ende des tamilischen Bürgerkriegs in Sri Lanka ein (z.B. hier und hier). Nun las ich dieser Tage mit großer Neugierde Ranjith Henayakas Roma „Mit dem Wind fliehen“. Es ist ein bemerkenswerter Roman mit vielen persönlichen Farbtupfern, den ich an dieser Stelle nicht einfach nur besprechen, sondern nachdrücklich empfehlen kann:
Denn hier beschreibt jemand seinen Lebenswerk. Der Protagonist gerät während des Bürgerkrieges zwischen die Fronten, wird gefoltert – und dem dann dank guter Freunde die Flucht nach Deutschland gelingt. Doch damit ist er noch immer nicht in Sicherheit – denn Neonazis machen gegen Flüchtlinge mobil. Ranjith Henayaka beschreibt ein Leben, das viele von uns so nicht kennen, ein Leben jenseits der Kriminalitätsstatistik rechtsextremer Staftaten, jenseits von Medienberichten. Henayaka gelingt es, uns Wohlstanddeutschen zu zeigen, was es heißt, aus seiner geliebten Heimat fliehen und auch in seiner neuen Heimat um Leib und Leben fürchten zu müssen.Weiterlesen »
