Jin Jiyan- „Die Frau ist Leben“

Am 3. Mai 2019 wurde im Theater in Mönchengladbach das Stück „Jin Jinyan – Der Aufbruch“ aufgeführt. Erzählt wird die Geschichte der Yeziden und Yezidinnen im Sinjar, die 2014 vom IS angegriffen wurden, und des Aufbruchs des yezidischen Volkes. Aufbruch – damit ist die Flucht der Yezid*Innen vor dem Genozid und auch ihre heutige Lage zu verstehen, denn für viele beginnt nach der weitestgehenden Vertreibung des IS ein neues Leben. Die Schweizerin Anina Jendreyko, die selbst lange in kurdischen Gebieten gelebt und gearbeitet hat, hat das Stück inszeniert.

von Theresa Meyer

Weiterlesen »

Reisen zu den Roma (Buchbesprechung) & Basta Mafia (CD von Zdob si Zdub)

„What city what country is this stage I am on?“ Eine immer wieder gestellte Frage unter Sinti und Roma. Diese Frage stellt Roman Iagupow in seinem Lied „Gypsy Life“ aus dem neuen Album „Basta Mafia“ von Zdob si Zdob. Diese eigentlich moldavische Band schafft es mit ihrer crossover-Musik und experimentellen Ansätzen der klassischen Roma-Musik neue Impulse zu geben. So ist Zdob si Zdob (ein wahrhaft schwierig auszusprechender Zungenbrecher!) mehr als nur eine Folk-Band, sondern bedienen auch Ska, Elektro oder Hard Rock. Mit ihrem leicht exzentrischen Auftreten zeigen die Musiker, welche Grenzgägner sie sind. Weiterlesen »

„Leichen im Keller“ – wie Deutschland international gesuchte Kriegsverbrecher schützt (Buchbesprechung)

Die GfbV begrüßte im November 2009 die Festnahme der beiden gefürchteten FDLR-Milizen-Führer Ignace Murwanashyaka und Straton Musoni in Mannheim und Nürtingen. Das sei „Deutschlands bislang wichtigsten Beitrag zum Ende von Massenmord und Vertreibung im Kongo“. Doch beide konnten vorher lange Jahre ungestraft von Deutschland aus operieren – und die deutschen Sicherheitsbehörden schauten weg. Daher rührt der Titel dieses sehr gut recherchierten Bandes: „Deutschlands Leichen im Keller“. An den Beispielen Ruanda, Kongo, Somalia, Äthiopien und Uskekistan zeichnet der bekannte Fernseh-Reporter Markus Frenzel Deutschlands Beitrag zu Völkermord und Menschenrechtsverletzungen.

Foto: GfbV-Archiv

Weiterlesen »

La Chergas Balkan Brass: Lebendige Roma-Musik

Nicht zum ersten Mal besprechen wir in diesem Blog gute Musik, um neben der klassischen Menschenrechtsarbeit auch die Kultur jener vorzustellen, für die wir uns einsetzen. Nun hat die Band La Cherga neu aufgelegt: diesmal mit einer sehr speziellen CD – „Revolve“! Wer klassischen Balkan-Brass erwartet, liegt nicht unbedingt falsch. Aber diese CD geht weiter. Gleich die beiden ersten Lieder Melaha und Sufi Dub zeigen die Musiker, wie sie sich weiterentwickelt haben: der Gesag wird rauh, aber auch reif. Stets verwurzelt mit ihren Herkunftsländern Kroatien, Bosnien und Mazedionen bleiben sich La Cherga treu und schwimmen weiter gegen den Strom. Die klassischen Akkordeon- und Trompetenklänge werden durch einen satten Bass und einen ziemlichen groove ergänzt. So gibt es aber auch Lieder, die bunt gemischt sind mit Bassdrum, Rapp-Einlagen und kräftigen Gitarren-Riffs. Ungewohnt, aber durchaus auch willkomen sind die vielfältigen Variationen und Beats – so dass es gute Vibrationen gibt, die zum Tanzen gerade zu herausfordern. Darüber hinaus gibt es weitere neue Klangbilder, bei denen Fernweh vermittelt wird – immer wieder mit einer einsamen Trompete und wechselnden Tempi und energischen Beats.

Foto: GfbV-Archiv

Weiterlesen »

Die Biographie Liu Xiaobos

Als was ist Liu Xiaobo nicht alles beschrieben worden? Als „Bürgerrechtler und Staatsfeind“ oder als „große Hoffnung Chinas Literatur seit 1918“. Seit seinem Friedens-Nobelpreis ist er auch einem breiten Publikum in Deutschland bekannt. Nun kam im riva-Verlag Bei Lings Biografie über Liu Xiaobo auf den deutschen Markt.

Das bemerkenswerte dabei: obwohl beide Gründungsmitglieder des chinesischen PEN und lange Zeit befreundet, so haben sich die beiden streitbaren Charaktere in der Zwischenzeit sehr zerstritten. Dies prägt natürlich auch diese Biographie: Bei Ling gibt eine sehr subjektive Sicht und erzählt (wenn auch zum Glück nur am Rande) seine eigene Geschichte, seine eigene Wahrnehmung. Ob er Liu Xiaobo die große Ehre des Preises neidet? Oder ob er nur im Windschatten des Berühmteren Geld verdienen will? Zum Glück treten Bei Lings eigene Ambitionen in diesem Band zurück. Was bleibt, sind interessante Einblicke in das Leben des Friedens-Nobelpreisträgers.

Foto: GfbV-Archiv

Weiterlesen »