Verfolgung von Christ*innen in China: Der Fall der „Kirche des Allmächtigen Gottes“

Autor: Hanno Schedler, Referent im Referat für Genozid-Prävention und Schutzverantwortung

Bild: Kirche des Allmächtigen Gottes.

Sophia Bai ist eine chinesische Christin. Sie ist Angehörige der „Kirche des Allmächtigen Gottes“ (KAG) und musste vor der Verfolgung durch die chinesische Regierung aus ihrer Heimat fliehen. Schätzungen zufolge leben in China 82 bis 130 Millionen Christ*innen. Nur ein kleiner Teil von ihnen ist in den fünf offiziell von der Kommunistischen Partei erlaubten Religionsgemeinschaften organisiert. Die Zahl der staatlichen Übergriffe verfünffachte sich zwischen 2017 und 2018.

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Die syrischen Dom: Eine unbekannte Volksgruppe auf der Flucht

Hier weitgehend unbekannt, sind die syrischen Dom als Flüchtlinge in der Türkei von doppelter Diskriminierung betroffen.

Foto: idildemir via iStock [Symbolbild]

Fast täglich hören wir von syrischen Flüchtlingen. Sei es in Berichten über ihre Ankunft in Deutschland, in Nachrichten über Fluchtursachen und –wege oder im Zusammenhang mit dem sogenannten Flüchtlingsdeal mit der Türkei. Was dabei nicht beachtet wird ist, dass syrische Flüchtlinge keine homogene Gruppe darstellen. Unter ihnen sind viele Angehörige von Minderheiten: Christen, Yeziden, Assyrer/Aramäer/Chaldäer, Kurden. Und auch Dom.

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Über die Verfolgung und Unterdrückung der muslimischen Minderheit der Rohingya in Burma (Myanmar) / English Version below

Die angebliche Demokratisierung und Öffnung des Landes Burma (offiziell: Myanmar) bringt keinerlei Fortschritt für die muslimische Minderheit der Rohingya. Daher muss die anhaltend schlechte Situation der Rohingya thematisiert und die Unterdrückung, Verfolgung und Diskriminierung publik gemacht werden.

Von den weltweit ca. 2-3 Millionen Rohingya leben Schätzungen zufolge noch 725.000 bis 1 Million im Bundesstaat Arakan (offiziell: Rakhain) in Burma. Die Übrigen sind aufgrund der systematischen Unterdrückung durch die burmesische Regierung seit 1962 in andere Länder geflohen: die meisten Flüchtlinge befinden sich in Bangladesh, Thailand, Malaysia, Indonesien, Saudi-Arabien und anderen Ländern des Nahen und Mittleren Ostens sowie der unmittelbaren Nachbarschaft.

Den Rohingya wird die burmesische Staatsangehörigkeit mitsamt sämtlichen Bürgerrechten basierend auf dem „Citizenship Act“ von 1982 verwehrt und sie werden nicht als eine der offiziell 135 Bevölkerungsgruppen in Burma anerkannt. Die folgende Liste erläutert die wichtigsten und brutalsten Formen der Unterdrückung und Verfolgung der Rohingya in Burma:

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Chronik der Gewalt im Arakan-Bundesstaat, Burma im Mai/Juni 2012 / English Version below

Chronik der Gewalt im Arakan-Bundesstaat, Burma im Mai/Juni 2012

28.05.2012, Montag: Thidar Htwe, eine buddhistische junge Frau (27 Jahre), wird von drei Männern vergewaltigt und ermordet. Rohingya werden dafür verantwortlich gemacht.
30.05.2012, Mittwoch: Drei verdächtige Männer werden festgenommen.
03.06.2012, Sonntag: 10 Rohingya werden aus einem Bus gezerrt und von Rakhain-Buddhisten zu Tode geprügelt. Aus Rache für die Vergewaltigung und den Mord von und an Thidar Htwe. Die 10 Toten hatten keine Verbindung zu dem Mord, der Ermordeten oder den Mördern.
08.06.2012, Freitag: Erster Verhandlungstag des Mordfalles Thidar Htwe. Gewaltausbrüche nach der Rückkehr von Muslimen vom Freitagsgebet in Maungdaw, dutzende Häuser werden angezündet.
Rohingya-Flüchtlinge berichten, dass sie auf dem Fluss Naf von einem Helikopter angegriffen wurden. Dieser setzte drei von sechs Booten in Brand und tötete so Schätzungen zufolge rund 50 Menschen. Laut Augenzeugen handelte es sich dabei um einen burmesischen Helikopter, was die burmesischen Behörden allerdings bestreiten. Unabhängige Informationen liegen zurzeit nicht vor.
10.06.2012, Sonntag: Die Zentralregierung in Naypyidaw verhängt den Ausnahmezustand und Ausgangssperren von 18 – 6 Uhr sowie ein Versammlungsverbot (mehr als 5 Personen).
11.06.2012, Montag: Medien berichten: Einer der drei Angeklagten im Mordfall Thidar Htwe, Shaun Shou, begeht (angeblich) vor Verhandlungsbeginn am 09.06.2012 Selbstmord
13.06.2012, Mittwoch: Vijay Nambiar, Sonderberater des UN-Generalsekretärs Ban Ki-moon besucht den Arakan-Bundesstaat.
15.06.2012, Freitag: zwei der drei Angeklagten im Mordfall Thidar Htwe, Hla Win und Lu Lu, bekennen sich schuldig.
18.06.2012, Montag: Die zwei Angeklagten werden vom Provinzgericht Kyaukphyu nach Burmesischem Strafgesetzbuch wegen Vergewaltigung (Abschnitt 376), Mord (Abschnitt 301 (1c)) und Plünderung von Privateigentum (Abschnitt 392) zum Tode verurteilt, allerdings wurde seit 1988 keine zum Tode verurteilte Person in Burma hingerichtet.
19.06.2012, Dienstag: Erneute Gewaltausbrüche, Kämpfe zwischen Muslimen und Buddhisten aus den Dörfern Kutaung und Anautpyin in Yathetaung mit mindestens 12 Toten und 5 Verletzten sowie 20 zerstörten Häusern.
Ein Gericht in der Stadt Ye im Mon-Bundesstaat verurteilt 82 von 84 Rohingya-Flüchtlingen für Republikflucht und Verletzung der Migrations-Gesetze zu einem Jahr Haft. Die Rohingya versuchten nach Malaysia zu fliehen, nachdem sie vorher bei einem ersten Versuch nach Turbulenzen und Problemen mit ihren Booten von burmesischen Fischern gerettet wurden.
20.06.2012, Mittwoch: Die Sicherheitskräfte erklären, die Lage habe sich beruhigt und die Gewalt wäre unter Kontrolle.
21.06.2012, Donnerstag: Festnahme von 60 Muslimen aus dem Dorf Anautpyin aufgrund der Gewaltausbrüche vom 19.06.2012.
23.06.2012, Samstag: Radio Free Asia berichtet detaillierter über den Helikopter-Vorfall vom 08.06.2012 (s.o.).
11.07.2012, Mittwoch: In einem Gespräch mit dem Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR), António Guterres, erklärt Burma’s Präsident Thein Sein, dass die ‚illegalen Migranten aus Bangladesh‘ niemals als Minderheit in Burma akzeptiert werden. Sie könnten entweder in ein drittes Land deportiert werden, dass sie bereitwillig aufnimmt, oder sie müssen in Flüchtlingslagern des UNHCR Schutz suchen. Eine andere Möglichkeit gäbe es nicht.

Diese Chronik wird weitergeführt und aktualisiert, sobald neue Informationen vorliegen.

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Zur Gewalt im Bundesstaat Arakan, Burma im Juni 2012 / English Version below

Seit der Vergewaltigung und Ermordung der jungen Buddhistin Thidar Htwe am 28.05.2012 und der Ermordung von zehn muslimischen Rohingya am 03.06.2012 ist wird der Arakan-Bundesstaat im Nordwesten Burmas von anhaltender Gewalt erschüttert. Die in Angst lebenden Menschen trugen tagelang Waffen, wie Speere aus Bambus und Messer.

Die offizielle Opferzahl liegt heute, am 22.06.2012, bei 62. Inoffizielle Berichte sprechen von mindestens 80 Toten. Nach offiziellen Angaben sind mindestens 90.000 Menschen nach der Zerstörung von rund 2.500 Häusern (1.200 von Rakhainen, 1.300 von Rohingya) obdachlos und wohnen zurzeit in 37 Notfalllagern, die von lokalen Anwohnern und Nichtregierungsorganisationen (non-governmental organizations, NGOs) und nicht von der Regierung in Naypyidaw betrieben werden.

Seit dem 10.06.2012 gilt der Ausnahmezustand. Die staatlichen Sicherheitskräfte haben die Kontrolle über den Arakan-Bundesstaat. Des Weiteren wurde eine Ausgangssperre von 18 bis 6 Uhr verhängt sowie Versammlungen von mehr als fünf Personen verboten.

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