Rede von Menschenrechtler Oleg Orlov

Oleg Orlov, Mitgründer der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial, Träger des Friedensnobelpreises 2022 und des Viktor Gollancz Preises der GfbV 2009 ist im Zuge des Gefangenenaustausches zwischen Russland, den USA und Deutschland am 2. August 2024 aus der Haft freigekommen und befindet sich jetzt in Deutschland. Er hat sich vorgenommen, von Deutschland gegen Russlands Krieg in der Ukraine sowie die Einhaltung von Menschenrechten in Russland zu kämpfen.

Am 26. Oktober 2024 war er bei unserer diesjährigen Jahreshauptversammlung zu Gast und hat sich im Rahmen seines Besuchs ins Goldene Buch der Stadt Göttingen eingetragen. Außerdem hielt er eine bedeutsame Rede, die hier in voller Länge gelesen werden kann.

Aus dem Russischen übersetzt von Sarah Reinke, Geschäftsleitung der Menschenrechtsreferate
Foto: Johanna Fischotter, Redakteurin der Zeitschrift Für Vielfalt

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JHV der GfbV – Orlov kommt kurz nach erstem Verhör nach Deutschland

Morgen beginnt die Jahreshauptversammlung der Gesellschaft für bedrohte Völker in Göttingen. Auf ihr wird am Samstag um 10 Uhr der diesjährige Viktor Gollancz Preis verliehen. Einer der Preisträger ist die Organisation MEMORIAL, deren Chef Oleg Orlov den Preis entgegen nehmen wird. Nur einen Tag vorher muss er sich in einer ersten Anhörung im strafrechtlichen Prozess wegen Verleumdung des tschetschenischen Präsidenten Ramzan Kadyrow verhören lassen. Orlov hatte nach dem Mord an seiner Mitarbeiterin Natalja Estemirowa Kadyrow als (Mit-) Verantwortlichen für das Verbrechen bezeichnet. In einem zivilrechtlichen Prozess wurde Kadyrow schon Recht gegeben. Weiterlesen »