Reisen zu den Roma (Buchbesprechung) & Basta Mafia (CD von Zdob si Zdub)

„What city what country is this stage I am on?“ Eine immer wieder gestellte Frage unter Sinti und Roma. Diese Frage stellt Roman Iagupow in seinem Lied „Gypsy Life“ aus dem neuen Album „Basta Mafia“ von Zdob si Zdob. Diese eigentlich moldavische Band schafft es mit ihrer crossover-Musik und experimentellen Ansätzen der klassischen Roma-Musik neue Impulse zu geben. So ist Zdob si Zdob (ein wahrhaft schwierig auszusprechender Zungenbrecher!) mehr als nur eine Folk-Band, sondern bedienen auch Ska, Elektro oder Hard Rock. Mit ihrem leicht exzentrischen Auftreten zeigen die Musiker, welche Grenzgägner sie sind. Weiterlesen »

La Chergas Balkan Brass: Lebendige Roma-Musik

Nicht zum ersten besprechen wir in diesem Blog gute Musik, um neben der klassischen Menschenrechtsarbeit auch die Kultur jener vorzustellen, für die wir uns einsetzen. Nun hat die Band La Cherga neu aufgelegt: diesmal mit einer sehr speziellen CD – „Revolve“! Wer klassischen Balkan-Brass erwartet, liegt nicht unbedingt falsch. Aber diese CD geht weiter. Gleich die beiden ersten Lieder Melaha und Sufi Dub zeigen die Musiker, wie sie sich weiterentwickelt haben: der Gesag wird rauh, aber auch reif. Stets verwurzelt mit ihren Herkunftsländern Kroatien, Bosnien und Mazedionen bleiben sich La Cherga treu und schwimmen weiter gegen den Strom. Die klassischen Akkordeon- und Trompetenklänge werden durch einen satten Bass und einen ziemlichen groove ergänzt. So gibt es aber auch Lieder, die bunt gemischt sind mit Bassdrum, Rapp-Einlagen und kräftigen Gitarren-Riffs. Ungewohnt, aber durchaus auch willkomen sind die vielfältigen Variationen und Beats – so dass es gute Vibrationen gibt, die zum Tanzen gerade zu herausfordern. Darüber hinaus gibt es weitere neue Klangbilder, bei denen Fernweh vermittelt wird – immer wieder mit einer einsamen Trompete und wechselnden Tempi und energischen Beats. Weiterlesen »

Galerie für zeitgenössische Kunst der Roma und Sinti öffnet bald seine Pforten in Berlin

In einem guten halben Jahr, wenn wir alle den Herbst und Winter überstanden haben werden, wird in Berlin das Aufbau Haus seine Pforten öffnen. Im Frühjahr 2011 lädt eine bunte Mieterschaft in das dann um- und ausgebaute ehemalige Bechsteinhaus an den Moritzplatz in Kreuzberg. Im Kreativhaus wird auch die GALERIE KAI DIKHAS zu finden sein. Dieser „Ort des Sehens“, so die Übersetzung des Namens der Galerie aus dem Romanes, wird ständig wechselnde Ausstellungen von Roma und Sinti Künstlern aus der ganzen Welt zeigen. Der Musikanbieter „Asphalt Tango Records“ (die ich in diesem Blog bereits vorstellte) ergänzt das einzigartige Konzept der Galerie mit einer festen Hörstation und verlegt auch seinen Berlin Shop an den Moritzplatz nach Berlin-Kreuzberg.

Wer nun mehr wissen möchte über die vielfältige Kunst und Kultur der Romanes und eine Anlaufstelle sucht, in der er oder sie mehr erfahren kann als in den Medien steht, der wird hier in dieser Galerie gut aufgehoben sein.