Offener Brief Günter Grass gegen Abschiebung von Roma

Zur Zeit laufen massive Abschiebungen von Roma in den Kosovo. Diese von der GfbV als „Deportation“ bezeichnete Abschiebe-Praxis rief dieser Tage den Nobelpreisträger Günter Grass auf den Plan, der sich in einem offenen Brief an Bundesinnenminister und die Innenminister der Bundesländer wendet. Ein guter Grund, diesen offenen Brief im Wortlaut an dieser Stelle abzudrucken:

„Bestürzt, empört, entsetzt, ist der Vorstand der Stiftung zugunsten des Romavolks, die Günter und Ute Grass 1997 gegründet haben. Da schaut ganz Europa auf Frankreich und empört sich über den Umgang mit den Vertriebenen und Armutsflüchtlingen der Roma aus Rumänien, und zur gleichen Zeit ist eine Abschiebeaktion großen Ausmaßes von Deutschland in den Kosovo im Gange, die die französischen Maßnahmen noch in den Schatten stellt.“ Weiterlesen „Offener Brief Günter Grass gegen Abschiebung von Roma“

Deutschlands Flüchtlingspolitik – es ist Zeit zu handeln!

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Nun gut, wir müssen uns damit abfinden, dass in Deutschland Schutz suchende Flüchtlinge keine Chance haben, im Bundestagswahlkampf gehört zu werden. Keine Chance, sich gegen eine „brutalstmögliche Aufklärung“ Ronald Kochs im hessischen Landtagswahlkampf zu werden. Dabei müsste auch den konservativen Rechtsexperten klar werden, dass der deutsche Asylkompromiß rechtlich nicht mehr haltbar ist. Täglich betreut die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) verängstigte Vertriebene, die ihre Heimat verlassen mussten, weil sie als Minderheitenangehörige verfolgt wurden, weil sie in Kriegs- und Genozidgebieten um ihr Leben fürchten mussten. Wir setzen uns dafür ein, dass ihnen in Deutschland Schutz gewährt wird.

Doch jetzt droht bis zu 100.000 langjährig nur geduldeten Flüchtlingen und ihren Kindern, für die Deutschland neue Heimat geworden ist, zum Jahresende 2009 die Abschiebung ins „Nichts“. Um dies zu verhindern, hat die GfbV eine Kampagne für ein Bleiberecht dieser Familien gestartet. Denn wir meinen, Deutschland ist ihnen und vor allem ihren hier bei uns aufgewachsenen Kindern verpflichtet.

Wer sich an der Kampagne beteiligen möchte, kann sich am online-Appell beteiligen, das Kampagnen-Blatt als PDF herunterladen oder uns gar mit einer Spende unterstützen.

Deutschland behindert Reform der EU-Flüchtlingspolitik

„Deutschland ist unser Zuhause“. Das sagt nicht irgendwer, das sagen zwei Kinder, deren Eltern in den 90ern aus Syrien und dem Kosovo nach Deutschland geflüchtet sind. Sie stehen für etwa hunderttausend Menschen, die langjährig in Deutschland geduldet werden. Unter ihnen sind mindestens dreißigtausend hier in Deutschland aufgewachsene Kinder, die das Land ihrer Eltern kaum, wenn überhaupt, noch kennen. Darum forderte die GfbV auch Anfang Juni von der Innenministerkonferenz, diesen Menschen endlich Bleiberecht zu gewähren. Weiterlesen „Deutschland behindert Reform der EU-Flüchtlingspolitik“