Australien: Entschuldigung für verlorene Kindheiten

Gestern entschuldigte sich der australische Premierminister Kevin Rudd im Parlament in Canberra offiziell für die jahrzehntelange Misshandlung von Kindern in Waisenhäusern. Australien bereue „die Tragödie verlorener Kindheiten“, sagte Rudd. Anwesend waren viele der sogenannten „Vergessenen Australier“, die als Kinder ohne ihre Zustimmung von Europa nach Australien zwangsverschickt wurden. Weiterlesen „Australien: Entschuldigung für verlorene Kindheiten“

JHV der GfbV – Orlov kommt kurz nach erstem Verhör nach Deutschland

Morgen beginnt die Jahreshauptversammlung der Gesellschaft für bedrohte Völker in Göttingen. Auf ihr wird am Samstag um 10 Uhr der diesjährige Viktor Gollancz Preis verliehen. Einer der Preisträger ist die Organisation MEMORIAL, deren Chef Oleg Orlov den Preis entgegen nehmen wird. Nur einen Tag vorher muss er sich in einer ersten Anhörung im strafrechtlichen Prozess wegen Verleumdung des tschetschenischen Präsidenten Ramzan Kadyrow verhören lassen. Orlov hatte nach dem Mord an seiner Mitarbeiterin Natalja Estemirowa Kadyrow als (Mit-) Verantwortlichen für das Verbrechen bezeichnet. In einem zivilrechtlichen Prozess wurde Kadyrow schon Recht gegeben. Weiterlesen „JHV der GfbV – Orlov kommt kurz nach erstem Verhör nach Deutschland“

Finnische Urwälder gerettet

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Sami-Familie festlich gekleidet in Norwegen (mortsun, flickr)
Seit zehn Jahren wehren sich die Sami, die letzten Ureinwohner im Norden Europas, mit Unterstützung von mehreren Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen, so zum Beispiel der GfbV und Greenpeace gegen die Zerstörung ihrer Urwälder. Nach wochenlangen Verhandlungen haben sich das staatliche finnische Forstamt, die Holzindustrie sowie Organisationen der Sami und weitere Interessengruppen am 27. Oktober 2009 gemeinsam darauf geeinigt, die letzten acht großen Urwälder Nordfinnlands zum überwiegenden Teil zu schützen. Weiterlesen „Finnische Urwälder gerettet“

Uranrausch in Australien

Weltweit sind gegenwärtig 443 Kernkraftwerke in 31 Ländern in Betrieb. 48 Reaktoren werden zur Zeit gebaut. Geplant sind weltweit weitere über hundert neue Anlagen vor allem in China, Russland, der EU und in Indien (Statistik vom Nuklearforum Schweiz). Circa 70 Prozent des weltweiten radioaktiven Rohstoffs befindet sich unter dem Land indigener Völker, die dadurch besonders von den Folgen des Uranabbaus betroffen sind. Die größten Uranerzvorkommen befinden sich in Australien, vor allem im Norden des Landes, in dem verschiedene Aborigine-Völker leben. Weiterlesen „Uranrausch in Australien“

Samische Rentierzüchter freuen sich: Erfolg für Finnlands Urwälder

GfbVinternational
GfbVinternational

Bevor ich in der GfbV anfing, waren mir die im Norden Skandinaviens lebenden Sami eher unbekannt. Um ehrlich zu sein: ich hab mich auch nicht sonderlich drum gekümmert. Bis ich im Februar Dietmar Hasse von der GfbV-Regionalgruppe Nürnberg kennenlernte. Man traf sich beim Regionalgruppentreffen in Berlin. Er ist regelmäßig bei seinen samischen Freunden und konnte einige wunderbare Geschichten erzählen. Die in Lappland lebenden Sami nennen sich in ihrer eigenen Sprache sábme oder Samek, was auf deutsch etwa “Sumpfvolk” bedeutet. Seit vielen tausend Jahren bewohnt das Volk der Sami die nördlichen Teile Skandinaviens, Finnland und der Kolahalbinsel. Als ich dieser Tage einen Artikel in der TAZ las, musste ich an ihn denken. Weiterlesen „Samische Rentierzüchter freuen sich: Erfolg für Finnlands Urwälder“

Deutschlands Flüchtlingspolitik – es ist Zeit zu handeln!

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Nun gut, wir müssen uns damit abfinden, dass in Deutschland Schutz suchende Flüchtlinge keine Chance haben, im Bundestagswahlkampf gehört zu werden. Keine Chance, sich gegen eine „brutalstmögliche Aufklärung“ Ronald Kochs im hessischen Landtagswahlkampf zu werden. Dabei müsste auch den konservativen Rechtsexperten klar werden, dass der deutsche Asylkompromiß rechtlich nicht mehr haltbar ist. Täglich betreut die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) verängstigte Vertriebene, die ihre Heimat verlassen mussten, weil sie als Minderheitenangehörige verfolgt wurden, weil sie in Kriegs- und Genozidgebieten um ihr Leben fürchten mussten. Wir setzen uns dafür ein, dass ihnen in Deutschland Schutz gewährt wird.

Doch jetzt droht bis zu 100.000 langjährig nur geduldeten Flüchtlingen und ihren Kindern, für die Deutschland neue Heimat geworden ist, zum Jahresende 2009 die Abschiebung ins „Nichts“. Um dies zu verhindern, hat die GfbV eine Kampagne für ein Bleiberecht dieser Familien gestartet. Denn wir meinen, Deutschland ist ihnen und vor allem ihren hier bei uns aufgewachsenen Kindern verpflichtet.

Wer sich an der Kampagne beteiligen möchte, kann sich am online-Appell beteiligen, das Kampagnen-Blatt als PDF herunterladen oder uns gar mit einer Spende unterstützen.

Anhaltender Exodus von Flüchtlingen aus Burma

Es ist passiert, was zu erwarten war: nachdem sich die erste Aufregung um die willkürliche Anklage gegen Aung San Suu Kyi gelegt hat, verschwindet Burma wieder von der Landkarte medialer Berichterstattung. Traurig für Aung San Suu Kyi, traurig für Burma – und für jene, die aus Burma fliehen und denen dann trotz ihrer dramatischen Verfolgung jeglicher Schutz verweigert wird. Das gilt besonders Angehörige der muslimischen Minderheit der Rohingya, die Woche für Woche zu Hunderten in die Nachbarländer fliehen. Weiterlesen „Anhaltender Exodus von Flüchtlingen aus Burma“

Deutschland behindert Reform der EU-Flüchtlingspolitik

„Deutschland ist unser Zuhause“. Das sagt nicht irgendwer, das sagen zwei Kinder, deren Eltern in den 90ern aus Syrien und dem Kosovo nach Deutschland geflüchtet sind. Sie stehen für etwa hunderttausend Menschen, die langjährig in Deutschland geduldet werden. Unter ihnen sind mindestens dreißigtausend hier in Deutschland aufgewachsene Kinder, die das Land ihrer Eltern kaum, wenn überhaupt, noch kennen. Darum forderte die GfbV auch Anfang Juni von der Innenministerkonferenz, diesen Menschen endlich Bleiberecht zu gewähren. Weiterlesen „Deutschland behindert Reform der EU-Flüchtlingspolitik“

Exportweltmeister Deutschland trägt zur Regenwaldzerstörung bei

Während unser smarter Wirtschaftsminister Guttenberg seinen Mitarbeitern gelegentlich Schweiß auf die Stirn treibt, weil er sich hin und wieder mal positiv über Menschenrechte äußert, singt er dennoch häufig – wie viele andere auch – das hohe Lied des Freihandels. Das ist doch klar, will Deutschland seinen Titel als Exportweltmeister halten. Eigentlich auch sehr nachvollziehbar in Zeiten der Weltwirtschaftskrise, wo es um Millionen Jobs geht. Darum verhandelt die deutsche Bundesregierung auch mit anderen EU-Vertretern über ein Freihandelsabkommen mit Peru. Doch deren Polizei geht brutal gegen jene vor, die im Zuge dieses angestrebten Freihandelsabkommens von ihrem angestammten Land vertrieben werden sollen: die indigenen Völker Perus. Dutzende Ureinwohner wurden bisher bei Demonstrationen von der Polizei und Paramilitärs getötet, Hunderte verletzt.

Perus katastrophale Wirtschaftspolitik, gerade bei der Nutzung des Regenalds, führt zu Vertreibung und Verfolgung der dort lebenden Völker, deren Existenzgrundlage bedroht ist. Und warum? Weil sich die EU-Staaten, Deutschland an vorderster Front, in Peru neue Absatzmärkte und den Zugang zu Rohstoffen sichern wollen, um den ständig wachsenden Energiehunger der Industrie zu stillen. Peru möchte mit dieser Politik zu Lasten des Regenwaldes das eigene Wirtschaftswachstum ankurbeln und ausländische Investoren anlocken. All das nur, um die „Wirtschaftsentwicklung“ voranzutreiben? Wie sagt dieses fast schon klassisch anzumutende Indianer-Sprichwort: „Erst wenn der letzte Baum gefällt und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann!“ In diesem Sinne viel Spaß bei der Zerstörung des Regenwaldes!

Ach ja, wer dann doch was dagegen machen möchte, kann sich am folgenden online-Appell von ProRegenwald beteiligen….Umweltschutz und Menschenrechtsarbeit gehen halt doch häufig Hand in Hand.

Platz des himmlischen Friedens? Oder doch Platz der himmlischen Friedhofsruhe?

1989 ist für viele ein Jahr zum Jubeln gewesen. Unvergessen der Fall der Mauer, das Ende des Kommunismus. Deutschland ist wiedervereinigt, es gibt viele Volksfeste und Feiern. Da dieses Jubliäum auch mit dem sechzigsten Geburtstag des deutschen Grundgesetzes einhergeht, wird halt doppelt gefeiert. Ob man da als Menschenrechtler „unpatriotisch“ ist, wenn man so nebenbei darauf hinweist, dass am 4.Juli der zwanzigste Gedenktag an das Massaker auf dem Platz des „Himmlischen Friedens“ in Peking hinweist? Weiterlesen „Platz des himmlischen Friedens? Oder doch Platz der himmlischen Friedhofsruhe?“