25 Jahre Arktischer Rat oder wem gehört die Arktis?

Autorin: Yvonne Bangert, Referentin für indigene Völker

Goldgräberstimmung in der Arktis: Das neue Gold heißt heute Kupfer, Nickel, Kohle, Erdöl, Erdgas, oder auch Mangan. Die Liste ließe sich fortsetzen. Die Rohstoffe befinden sich auf dem Festland, aber auch im Festlandsockel unter Wasser. Die Seewege bleiben immer länger eisfrei und wecken Begehrlichkeiten für Handelsschifffahrt, Kreuzfahrttourismus und die Militärstrategen der Arktisanrainerstaaten. Die Verteilungskämpfe haben längst begonnen. Auch China, das bereits an einer neuen Seidenstraße in der Arktis arbeitet, ist schon mit dabei. Doch wem gehört die Arktis eigentlich? Den Staaten, die sich die Territorien politisch aufgeteilt haben? Den Indigenen, die seit Menschengedenken die Region bewohnen? Und welche Rolle spielt der Arktische Rat?

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Rote Karte für den Uranabbau – Wähler*innen für Grönlands Autonomieparlament sorgen für Regierungswechsel

Autorin: Yvonne Bangert, Referentin für indigene Völker

Bild: Nickelfabrik in Norilsk (Ninara Flickr CC BY 2.0)

Grönland hat gewählt – und sich mehrheitlich gegen einen Ausbau der Uran-Förderung an der Südspitze der Insel entschieden. Am 16. April 2021 gaben der neue Premierminister, der Inuk Muté B. Egede von der mitte-links-Partei Inuit Ataqatgigiit (IA), und Hans Enokson von der nationalistischen Partii Naleraq die Bildung einer Koalitionsregierung bekannt. Sie will das Mega-Projekt Kuannersuit/Kvanefjeld bei Narsaq auf Eis legen, bei dem die zweitgrößte Uran-Tagebaumine der Welt entstehen und seltene Erden gefördert werden sollten. Außerdem will die Koalition eine neue Anti-Uran-Gesetzgebung verabschieden. Die Atassut Partei, die eine Unabhängigkeit Grönlands von Dänemark anstrebt, hat der Koalition ihre Unterstützung zugesagt.

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Samische Rentierhirt*innen zahlen für unsere grüne Wende

Autorin: Julia Gouffin, Praktikantin

Bild: Helene Lind Jensen/Flickr CC BY-ND 2.0 „Rein ved Repparfjorden“

Im äußersten Norden Norwegens in der Region Finnmark plant das norwegische Bergbauunternehmen Nussir ASA Kupfer abzubauen. Auf einem wichtigen Weidegebiet der samischen Rentierhirt*innen soll die Mine angesiedelt werden. Der Abfall – bis zu zwei Millionen Tonnen pro Jahr – soll in einem Lachsfjord entsorgt werden. Trotz Einwänden von Umweltorganisationen, Umweltämtern und dem Samiparlament hat die norwegische Regierung das scharf kritisierte Projekt genehmigt. Im August 2020 schloss der deutsche Konzern Aurubis AG ein Abkommen mit Nussir ab, das ihm zum einzigen Abnehmer des Kupfers macht. Mit einem Vertragsumfang von rund 927 Millionen Euro ist es der größte Kupfervertrag in der Geschichte Norwegens.

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Tourismus – Gefahr für Grönland?

Autorin: Sarah Brandmeier, Praktikantin im Indigenen Referat

Bild: Kai Voet van Vormizeele auf flickr; Ilulissar, Grönland 2018

Grönland hofft durch mehr Tourismus auf mehr Wohlstand und Unabhängigkeit von Dänemark. Doch der wachsende Wirtschaftszweig birgt nicht nur Vorteile für die Indigenen.

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Die Arktis schmilzt – der Kampf um die Rohstoffe beginnt

Autorin: Tilia Götze, Praktikantin im Fachreferat für Indigene Völker

Christopher Michel via: Flickr

Das einst ewige Eis der Arktis schmilzt immer schneller und die großen Industrienationen – darunter Deutschland – machen sich bereit zur Erschließung der Rohstoffe. Für die indigene Bevölkerung besteht hierbei die Gefahr der Zerstörung ihrer traditionellen Kulturen und der Missachtung ihrer Rechte. Auch die Auswirkungen der Eisschmelze auf die Klimakrise gehen durch die Wirtschaftsinteressen der Staaten im Diskurs unter.

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Eiszeit in Finnland

Die indigene Gemeinschaft der Sami fühlt sich von der finnischen Regierung nicht ernst genommen.

Foto: MicheleVacchiano via iStock

Die indigene Gemeinschaft der Sami in Finnland ist frustriert. Denn auch wenn es ihnen besser geht als vielen anderen indigenen Gruppen weltweit, ist ihre Situation alles andere als perfekt. Wirtschaftliches Interesse bedroht die Weideflächen ihrer Rentiere – und damit ihre Existenzgrundlage -, ihre Rechte als ethnische Minderheit werden von der finnischen Regierung nicht ernstgenommen und Kleinunternehmen schlagen Profit aus Produkten, die sie in einem schlechten Licht darstellen.

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„Wir kämpfen gegen den Klimawandel. Wir kämpfen für die ganze Welt!“

Indigene Umweltschützer fordern Climate Justice beim UN-Klimagipfel

Foto: Breno Machado via unsplash

Indigene Völker sind die Ersten, die die Folgen des Klimawandels zu spüren bekommen. Ob sie in der Arktis leben oder in den heißen Gebieten Afrikas, ob auf einer Pazifikinsel, im Regenwald Südamerikas oder im hohen Norden Schwedens. Sie alle fühlen die Klimaveränderungen. Indigene Umweltschützer aus aller Welt haben deswegen Hilferufe ihrer Gemeinschaften zum UN-Klimagipfel nach Paris gebracht.

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Umea – Kulturhauptstadt Europas 2014 – Samische Kultur und Lebensweise in Gefahr

Umea in Nordschweden ist seit dem 1.1.2014 Kulturhauptstadt Europas. Die Stadt wirbt damit, das „Fenster zur Sami-Kultur“ zu sein. So orientieren sich die Veranstalter von Konzerten, Ausstellungen und Events in Umea am samischen Kalender, der nicht vier, sondern acht Jahreszeiten umfasst. Außerdem sollen aus dem Gesamtbudget von 410 Millionen schwedischen Kronen (etwa 46 Millionen Euro) 50 Millionen (etwa 5,6 Millionen Euro) für Veranstaltungen rund um die samische Kultur ausgegeben werden. Die Gesellschaft für bedrohte Völker warnt davor, dass die schwedische Urbevölkerung zu touristischen Zwecken ausgenutzt werden könnte – samische Kultur und samische Lebensweise sind mehr als Folklore! Um die Samen in Schweden zu schützen, müsse viel getan werden. Im vergangenen Jahr hat die Gefährdung der Samen durch brutalen Raubbau von Eisenerz und anderen Bodenschätzen international zu Protesten geführt. Darüber darf die Kulturhauptstadt Europas keinen Mantel des Schweigens hängen! Weiterlesen „Umea – Kulturhauptstadt Europas 2014 – Samische Kultur und Lebensweise in Gefahr“

UN: Minenarbeiten in Schweden stoppen!

Zum ersten Mal überhaupt ruft das UN Komitee zur Abschaffung der rassischen Diskriminierung eine Regierung dazu auf, alle Aktivitäten um eine Nickelmine zu stoppen. Es geht um die Mine in Rönnebäcken, südlich von Tärnaby in der Region Västerbotten. Gegen die Arbeit dort hatte sich massiver Protest gerade auch der samischen Rentierzüchter vor Ort geregt. Auch die GfbV unterstützte die Samen durch Briefe und Presseerklärungen. Das UN Komitee möchte eine Untersuchung der Folgen des Nickelabbaus in Rönnebäcken durchführen. Bis deren Ergebnisse da sind, müssen alle Arbeiten ruhen, so die UN. Dies ist ein großer Erfolg für die Samen und viele Schweden und internationale Aktivisten, die sich auch gegen die Mine engagiert hatten!

Stellungnahme indigener Völker der Arktis zum Außenministertreffen der Staaten des Arktisrates am 15. Mai 2013

Die nachfolgende Erklärung wurde am 13. Mai 2013 veröffentlicht und ist im englischen Wortlaut auf der Internetseite von Greenpeace nachzulesen. Die indigenen Völker der Arktisanrainerstaaten warnen darin nachdrücklich vor den Gefahren einer industriellen Erschließung und der Ölförderung in der Arktis für die Umwelt und kündigen ihren Widerstand gegen die Gefährdung ihrer Lebensgrundlage an. Ihre Erklärung wurde inzwischen von mehr als 40 indigenen Organisationen und Personen unterzeichnet.

http://www.greenpeace.org/international/Global/international/publications/polar/2013/IndigenousSolidarityStatement.pdf

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