Mary Simon löst kanadisches Parlament auf

Indigene könnten Königsmacher*innen werden

Autorin: Yvonne Bangert, Referentin für indigene Völker

Bild: pixabay

Heute, am 20. September 2021, finden in Kanada vorgezogene Neuwahlen statt. Generalgouverneurin Mary Simon, Inuk und Repräsentantin der britischen Krone in Kanada, stimmte der Auflösung des Parlaments und dem Wahltermin zu. Indigene könnten dabei zu Königsmacher*innen werden, denn in einer ganzen Reihe von Wahlbezirken stellen sie bis zu elf Prozent der Wahlberechtigten.

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Premier Trudeau: „Sorry“ ist nicht genug!

Kanada muss Empfehlungen der Wahrheitskommission zu den Folgen der Internatsschulen für die First Nations endlich umsetzen

Autorin: Yvonne Bangert, Referentin für indigene Völker

Die täglich neuen Meldungen über Kindergräber, die auf dem Gelände von immer mehr Internatsschulen für indigene Kinder in Kanada entdeckt werden, wecken Abscheu und Entsetzen. Mit Recht. Die Überlebenden dieser Schulen sind ihr Leben lang traumatisiert und geben ihre Traumata an die nächsten Generationen weiter (das sog. transgenerationale Trauma). Die Gräuel in diesen Schulen waren jedoch schon lange bekannt. Bereits 2015 gab eine Kommission für Wahrheit und Versöhnung nach sechsjähriger Arbeit einen Bericht mit 94 Empfehlungen bekannt, die noch immer nicht umgesetzt sind. Zu ihnen gehört der lückenlose Nachweis sämtlicher Friedhöfe indigener Kinder bei den früheren Internatsschulen. Dafür kämpfen die First Nations. Menschenrechts-NGOs wie Cultural Survival, deren Informationen diesem Blog zugrunde liegen, und die GfbV unterstützen diese Forderung. Die medienwirksame Entschuldigung von Premier Justin Trudeau muss zynisch wirken, solange hier nicht endlich fundierte Maßnahmen folgen.

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Wenn Träume wahr werden: Justin Trudeau und seine First Nations Politik

Manchmal werden Träume eben doch wahr.

Foto: Premier ministre du Canada via Flickr

Seit zwei Monaten ist der kanadische Premierminister Justin Trudeau im Amt. Zwei Monate, in denen die indigenen Gemeinschaften in Kanada wieder anfangen konnten, zu hoffen. Es scheint, als hätte eine neue Ära der Möglichkeiten begonnen. Ein Kommentar der GfbV-Referentin für indigene Völker.

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Kanada: Recht ist eben doch nicht immer Gerechtigkeit

Vor einer Woche wurde eine Gesetzesvorlage im kanadischen Parlament abgelehnt, die die Rechte der Inuit, indianischen First Nations und Métis gestärkt hätte. Die Konsequenz scheint nun, dass eine Versöhnung zwischen der kanadischen Regierung und der indigenen Bevölkerung in weite Ferne gerückt ist.

Foto: Flickr/Ray Morris

Vor einer Woche wurde eine Gesetzesvorlage im kanadischen Parlament abgelehnt, die die Rechte der Inuit, indianischen First Nations und Métis gestärkt hätte. Die Konsequenz scheint nun, dass eine Versöhnung zwischen der kanadischen Regierung und der indigenen Bevölkerung in weite Ferne gerückt ist.

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Stolen Sisters: Verschwundene indigene Frauen in Kanada

Der Mord an einem nur 15 Jahre alten indigenen Mädchen der Sagkeeng-First Nation hat in Kanada erneut die Diskussion über ein Thema angefacht, das von der Regierung schon viel zu lange ignoriert wird: die unverhältnismäßig hohe Zahl von verschwundenen und ermordeten indigenen Frauen.

Foto: glassghost/flickr

Der Mord an einem nur 15 Jahre alten indigenen Mädchen der Sagkeeng-First Nation hat in Kanada erneut die Diskussion über ein Thema angefacht, das von der Regierung schon viel zu lange ignoriert wird: die unverhältnismäßig hohe Zahl von verschwundenen und ermordeten indigenen Frauen.

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First Nations & Idle No More in Kanada

As long as the grass grows, the sun shines and the river flows…“ die angestammten Rechte der “First Nation” in Kanada werden aufgelöst ! Die First Nations beziehen Stellung:

Die First Nations in Kanada leben unter dem „Indian Act“ von 1876 nach wie vor ein Leben zweiter, wenn nicht dritter Klasse. Das „Department of Indian Affairs and Northern Development“ bestimmt, wer Indianer ist und wer nicht, legt ihre Rechte und Verhaltensweisen fest und beschneidet ihre Menschen- und Völkerrechte. Paragraph § 35 des „Constitution Act von 1982“ , vom Obersten Gerichtshof bestätigt, wird schon lange nicht mehr umgesetzt.Demnach haben die First Nations nach wie vor angestammte Landrechte und sind gleichberechtigte Verhandlungspartner in allen, sie betreffenden Gesetzesänderungen und Landrechtsfragen.

Die Ratifizierung des Gesetzes Bill C- 45 „Job and Growth Act 2012“ am 5. Dezember 2012 und die sich in Arbeit befindenden weiteren Gesetzesänderungen zum Fischereiabkommen, zu Wasserrechten und zu Änderungen des „Indian Act“ , haben die Indianer jetzt zum gemeinsamen Handeln mobilisiert.

Das Gesetz C-45 soll das Land für ausländische Investoren ( insbesondere aus Asien, Europa und China ) öffnen und senkt bestehende Umweltstandards auf ein Minimum : so wird der „Environmental Assessment Act“ ersetzt, der „Water Protection Act“ nivelliert und damit die staatliche Aufsicht über die umweltverträgliche Nutzung auf 3 Meere, 97 registrierte Seen und 62 Flüsse begrenzt. Alle anderen Gewässer in Kanada (ca. 3 Mio.) werden durch Bill C-45 in die Hand von Unternehmen, wie z.B Enbridge`s „Northern Gateway Pipeline“ gegeben, die ihre Nutzungsweise und Umweltstandards selber festlegen dürfen.

Im Zuge des Gesetzes werden Landrechte neu vergeben, der Abbau von Rohstoffen erleichtert und der Artenschutz gelockert. Auch darf das Verkehrsministerium per Gesetz Projekte durchsetzen, die die Interessen der First Nations ignorieren.

Nicht umsonst nennen indianische Aktivisten die neuen Gesetze der Regierung „Harpers First Nation Termination Plan“, denn das Kernstück der derzeitigen „Indianerpolitik“ ist die Eliminierung des Status, den die First Nations als Ureinwohner Kanadas innehaben. Weiterlesen „First Nations & Idle No More in Kanada“

Angela Merkel in Kanada – Kanzlerin soll Menschenrechte indigener Völker ansprechen

Die Themen Handel und Rohstoffe werden im Mittelpunkt der zweitägigen Kanada-Reise von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stehen, die am morgigen Mittwoch, 15. August 2012, beginnen wird. Merkel wird der Agentur dapd zufolge bei ihrem ersten bilateralen Besuch in Kanada mit Premierminister Stephen Harper insbesondere über das geplante Freihandelsabkommen CETA (Comprehensive Economic and Trade Agreement) zwischen Kanada und der EU sprechen. Anvisiert ist ein Abschluss der Verhandlungen noch in diesem Jahr. Weiterlesen „Angela Merkel in Kanada – Kanzlerin soll Menschenrechte indigener Völker ansprechen“