Und dann ging alles plötzlich ganz schnell – Bundestag verabschiedet Gesetz zur Ratifizierung der Konvention 169 der ILO

Autorin: Yvonne Bangert, Referentin für indigene Völker

Anja Esch, Brot für die Welt (l) und Yvonne Bangert, GfbV (r) in Berlin

Manchmal mag ich die Sinnsprüche meiner Großmutter richtig gern, zum Beispiel diesen: Was lange währt, wird endlich gut. Ganz besonders gilt dies zurzeit für das jahrzehntelange zähe Ringen um die Ratifizierung des „Übereinkommen Nr. 169 der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) vom 27. Juni 1989 über eingeborene und in Stämmen lebende Völker in unabhängigen Ländern“, wie dieses Dokument offiziell heißt. Mehrfach wurden Anträge unterschiedlicher Fraktionen an die aufeinander folgenden Regierungskoalitionen abgelehnt oder an die Ausschüsse überwiesen. Fast schien es wie eine never ending story. Doch der lange Atem sympathisierender Parlamentarier*innen und der Lobbyist*innen des Koordinationskreises ILO 169 zahlte sich aus. Plötzlich ging alles ganz schnell. Am 15. April 2021 kurz vor Ende der laufenden Legislaturperiode hat der Bundestag mit der Verabschiedung des entsprechenden Gesetzes die Ratifizierung die Konvention 169 der ILO möglich gemacht.

Weiterlesen „Und dann ging alles plötzlich ganz schnell – Bundestag verabschiedet Gesetz zur Ratifizierung der Konvention 169 der ILO“

Hunderttausende Uigur*innen in Internierungslagern – für die BRD kein Genozid?

Autor: Jost Bruker, Praktikant

Bild: GfbV 2021

Im November 2019 gelangten die sogenannten China Cables an die Öffentlichkeit: Dokumente chinesischer Behörden, die die menschenrechtsverletzende Unterdrückung der Volksgruppe der Uigur*innen durch die chinesische Regierung gegen bestätigten. Neben den USA hat auch das kanadische und niederländische Parlament die Vorgehensweise der chinesischen Regierung als Genozid eingestuft. In Großbritannien und Australien wird ebenfalls über die Thematik debattiert – wann zieht die Bundesregierung nach?

Weiterlesen „Hunderttausende Uigur*innen in Internierungslagern – für die BRD kein Genozid?“

Für die Freiheit politischer Gefangener

Autor*innen: Yvonne Bangert & Juliana Miyazaki, Referentinnen für Indigene Völker/ Kamal Sido, Referent für ethnische, religiöse und sprachliche Minderheiten/ Anna Buhl, Praktikantin/ Hanno Schedler, Referent für Genozid-Prävention

Bild: Gefangener/BronzeWhx/flickr.com/CC.BY

Überall auf der Welt werden Menschen in Gefängnissen festgehalten, nur weil ihre politischen und gesellschaftlichen Überzeugungen nicht denen ihrer Regierung entsprechen. Der heutige „Internationale Tag der politischen Gefangenen“ macht auf die Situation all dieser Inhaftierten aufmerksam. Oft werden sie trotz mangelnder Beweislage eingesperrt und müssen Gerichtsverfahren durchlaufen, die nicht den internationalen Standards für faire Verfahren entsprechen.

Weiterlesen „Für die Freiheit politischer Gefangener“

Junger Aktivismus im Internet: Mit Taktik unterwegs auf Tiktok

Autorin: Caroline Siems, Referentin für digitale Kommunikation

Die TikTokerin Feroza Aziz prangert in ihren Videos den Umgang Chinas mit Uigur*innen an. Getarnt ist ihre Botschaft als Schmink-Video, damit sie der chinesischen Zensur entgeht.
Foto: © Screenshot: Feroza Aziz/ TikTok

Jugendliche nutzen die Sozialen Medien vermehrt, um Politik zu gestalten: Sie stellen zum Beispiel Videos und Fotos ins Internet, um ihre Meinung auszudrücken und auf Unrecht aufmerksam zu machen. In Sekundenschnelle können sie so tausende von Menschen erreichen, Unterstützer*innen für eine Idee gewinnen. Dabei müssen sie zum Teil geschickt vorgehen, um Zensur zu entgehen.

Weiterlesen „Junger Aktivismus im Internet: Mit Taktik unterwegs auf Tiktok“

Die Verschränkung von LGBTIQ*-Feindlichkeit und Religion

Autorin: Katrin Hirsch, ehem. Praktikantin der GfbV

Bild: mathiaswasik/Flickr (CC) BY-SA 2.0, „LGBT Solidarity Rally“,  https://www.flickr.com/photos/wasik/31901507003

Die Rechte von LGBTIQ-Menschen werden in den meisten Regionen der Welt immer noch stark eingeschränkt. Oft ist die Ausgrenzung von ihnen mit den Ansichten der dominierenden Glaubensrichtung über queerness verknüpft. Diese Verbindung zwischen Religion und Diskriminierung von LGBTIQ-Menschen und die besondere Situation für queere Menschen, die zudem in den jeweiligen Regionen oder Staaten Minderheiten angehören, soll im Folgenden thematisiert werden.[1]

Weiterlesen „Die Verschränkung von LGBTIQ*-Feindlichkeit und Religion“

Abwehrreaktionen weißer Menschen auf die Thematisierung von Rassismus

Autorin: Katrin Hirsch, Praktikantin im Referat ethnische und sprachliche Minderheiten und Nationalitäten

Bild: Rasande Tyskar/Flickr (CC) BY-NC 2.0, „Rassismus ist keine Alternative“, https://www.flickr.com/photos/rasande/49569434022

Egal, ob es um die Änderung kolonialer Straßennamen, die Entfernung kolonialer Denkmäler, das Überdenken der Nutzung rassistischer Wörter oder die Auseinandersetzung mit Alltagsrassismus und strukturellem Rassismus in der Gesellschaft und der Polizei geht, es tauchen immer wieder die gleichen Reaktionen und die gleichen Argumente auf, mit denen diesen Debatten begegnet wird.

Weiterlesen „Abwehrreaktionen weißer Menschen auf die Thematisierung von Rassismus“

Wahlrecht der Indigenen mit Füßen getreten

Autorin: Miriam Knapp, Praktikantin im Referat Indigene Völker

„Wahlkampf im Umkreis von 100 Fuß (30,5 Metern) um das Wahllokal untersagt.“; Njl via Flickr.

Der Kampf für gerechte Wahlbedingungen Indigener in den USA geht weiter. Trotz COVID-19 geben Aktivist*innen alles, um die rund 2,4 Millionen wahlberechtigten Indigenen zu mobilisieren.  

Weiterlesen „Wahlrecht der Indigenen mit Füßen getreten“

Seite an Seite – Montags gegen Antisemitismus

Autor: Niels Keilhack, Online-Redakteur der GfbV

Als wir vor bald einem Jahr mit unserer Reihe #MontagsgegenAntisemitismus begonnen haben, war die Idee, nicht nur über Jüdinnen und Juden bzw. Judentum im Kontext der Schoah oder antisemitischer Angriffe zu schreiben. Vielmehr sollte die Vielfalt jüdischen Lebens (in Deutschland) und jüdische Traditionen im Zentrum stehen und ein lebendiges Bild des Judentums jenseits der Wahrnehmung von Jüdinnen und Juden als bloße „Opfer“ zeichnen.
Doch körperliche und verbale Angriffe auf Jüdinnen und Juden reißen nicht ab. Es sind zu viele und mittlerweile schon zu alltäglich, als dass wir es unerwähnt lassen können. Vor einem Jahr der Angriff auf die Synagoge in Halle, nun am vergangenen Sonntag ein gewaltsamer Angriff auf einen jüdischen Studenten in Hamburg, der gerade aus der Synagoge kam und durch seine Kippa als Jude zu erkennen war.

Weiterlesen „Seite an Seite – Montags gegen Antisemitismus“

Tourismus – Gefahr für Grönland?

Autorin: Sarah Brandmeier, Praktikantin im Indigenen Referat

Bild: Kai Voet van Vormizeele auf flickr; Ilulissar, Grönland 2018

Grönland hofft durch mehr Tourismus auf mehr Wohlstand und Unabhängigkeit von Dänemark. Doch der wachsende Wirtschaftszweig birgt nicht nur Vorteile für die Indigenen.

Weiterlesen „Tourismus – Gefahr für Grönland?“

Coronavirus verbreitet sich rasant in Marokkos Gefängnissen

Autor: Simon Dippold, Praktikant

Bild: Roel Wijnants via Flickr

Mit mehr als 6.000 Infizierten und knapp 200 Toten ist Marokko eines der afrikanischen Länder, die am härtesten von der Corona-Pandemie getroffen wurde. Insbesondere in den marokkanischen Gefängnissen, die chronisch überfüllt sind und in denen zahlreiche politische Gefangene schmoren hat sich das Virus bis jetzt rasant verbreitet. Dort sitzen auch zahlreiche Anführer und Teilnehmer des Hiraks, einer Protestbewegung, die sich 2016 gegründet hatte.

Weiterlesen „Coronavirus verbreitet sich rasant in Marokkos Gefängnissen“