25 Jahre Arktischer Rat oder wem gehört die Arktis?

Autorin: Yvonne Bangert, Referentin für indigene Völker

Goldgräberstimmung in der Arktis: Das neue Gold heißt heute Kupfer, Nickel, Kohle, Erdöl, Erdgas, oder auch Mangan. Die Liste ließe sich fortsetzen. Die Rohstoffe befinden sich auf dem Festland, aber auch im Festlandsockel unter Wasser. Die Seewege bleiben immer länger eisfrei und wecken Begehrlichkeiten für Handelsschifffahrt, Kreuzfahrttourismus und die Militärstrategen der Arktisanrainerstaaten. Die Verteilungskämpfe haben längst begonnen. Auch China, das bereits an einer neuen Seidenstraße in der Arktis arbeitet, ist schon mit dabei. Doch wem gehört die Arktis eigentlich? Den Staaten, die sich die Territorien politisch aufgeteilt haben? Den Indigenen, die seit Menschengedenken die Region bewohnen? Und welche Rolle spielt der Arktische Rat?

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Und dann ging alles plötzlich ganz schnell – Bundestag verabschiedet Gesetz zur Ratifizierung der Konvention 169 der ILO

Autorin: Yvonne Bangert, Referentin für indigene Völker

Anja Esch, Brot für die Welt (l) und Yvonne Bangert, GfbV (r) in Berlin

Manchmal mag ich die Sinnsprüche meiner Großmutter richtig gern, zum Beispiel diesen: Was lange währt, wird endlich gut. Ganz besonders gilt dies zurzeit für das jahrzehntelange zähe Ringen um die Ratifizierung des „Übereinkommen Nr. 169 der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) vom 27. Juni 1989 über eingeborene und in Stämmen lebende Völker in unabhängigen Ländern“, wie dieses Dokument offiziell heißt. Mehrfach wurden Anträge unterschiedlicher Fraktionen an die aufeinander folgenden Regierungskoalitionen abgelehnt oder an die Ausschüsse überwiesen. Fast schien es wie eine never ending story. Doch der lange Atem sympathisierender Parlamentarier*innen und der Lobbyist*innen des Koordinationskreises ILO 169 zahlte sich aus. Plötzlich ging alles ganz schnell. Am 15. April 2021 kurz vor Ende der laufenden Legislaturperiode hat der Bundestag mit der Verabschiedung des entsprechenden Gesetzes die Ratifizierung die Konvention 169 der ILO möglich gemacht.

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Hunderttausende Uigur*innen in Internierungslagern – für die BRD kein Genozid?

Autor: Jost Bruker, Praktikant

Bild: GfbV 2021

Im November 2019 gelangten die sogenannten China Cables an die Öffentlichkeit: Dokumente chinesischer Behörden, die die menschenrechtsverletzende Unterdrückung der Volksgruppe der Uigur*innen durch die chinesische Regierung gegen bestätigten. Neben den USA hat auch das kanadische und niederländische Parlament die Vorgehensweise der chinesischen Regierung als Genozid eingestuft. In Großbritannien und Australien wird ebenfalls über die Thematik debattiert – wann zieht die Bundesregierung nach?

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Für die Freiheit politischer Gefangener

Autor*innen: Yvonne Bangert & Juliana Miyazaki, Referentinnen für Indigene Völker/ Kamal Sido, Referent für ethnische, religiöse und sprachliche Minderheiten/ Anna Buhl, Praktikantin/ Hanno Schedler, Referent für Genozid-Prävention

Bild: Gefangener/BronzeWhx/flickr.com/CC.BY

Überall auf der Welt werden Menschen in Gefängnissen festgehalten, nur weil ihre politischen und gesellschaftlichen Überzeugungen nicht denen ihrer Regierung entsprechen. Der heutige „Internationale Tag der politischen Gefangenen“ macht auf die Situation all dieser Inhaftierten aufmerksam. Oft werden sie trotz mangelnder Beweislage eingesperrt und müssen Gerichtsverfahren durchlaufen, die nicht den internationalen Standards für faire Verfahren entsprechen.

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Katalonien: Dialog statt Repression

Autorin: Paula Fischer, Praktikantin im Berliner GfbV-Büro

Foto: Jordi Ventura/Assemblea.cat via Flickr CC BY-NC 2.0

Mehr Selbstbestimmung für Katalonien ist seit Jahren ein großer Streitpunkt zwischen Barcelona und Madrid. Nach einem Referendum für die Unabhängigkeit Kataloniens im Jahr 2017 eskalierte der Konflikt: mehrere Aktivist*innen und Politiker*innen wurden verhaftet und zu unproportional hohen Haftstrafen verurteilt. Oft wurde von spanischer Seite ein politischer Dialog versprochen; eine zeitnahe und angemessene Umsetzung blieb jedoch aus. Was genau ist passiert? Und was tut die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV)?

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Die Verschränkung von LGBTIQ*-Feindlichkeit und Religion

Autorin: Katrin Hirsch, ehem. Praktikantin der GfbV

Bild: mathiaswasik/Flickr (CC) BY-SA 2.0, „LGBT Solidarity Rally“,  https://www.flickr.com/photos/wasik/31901507003

Die Rechte von LGBTIQ-Menschen werden in den meisten Regionen der Welt immer noch stark eingeschränkt. Oft ist die Ausgrenzung von ihnen mit den Ansichten der dominierenden Glaubensrichtung über queerness verknüpft. Diese Verbindung zwischen Religion und Diskriminierung von LGBTIQ-Menschen und die besondere Situation für queere Menschen, die zudem in den jeweiligen Regionen oder Staaten Minderheiten angehören, soll im Folgenden thematisiert werden.[1]

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Seite an Seite – Montags gegen Antisemitismus

Autor: Niels Keilhack, Online-Redakteur der GfbV

Als wir vor bald einem Jahr mit unserer Reihe #MontagsgegenAntisemitismus begonnen haben, war die Idee, nicht nur über Jüdinnen und Juden bzw. Judentum im Kontext der Schoah oder antisemitischer Angriffe zu schreiben. Vielmehr sollte die Vielfalt jüdischen Lebens (in Deutschland) und jüdische Traditionen im Zentrum stehen und ein lebendiges Bild des Judentums jenseits der Wahrnehmung von Jüdinnen und Juden als bloße „Opfer“ zeichnen.
Doch körperliche und verbale Angriffe auf Jüdinnen und Juden reißen nicht ab. Es sind zu viele und mittlerweile schon zu alltäglich, als dass wir es unerwähnt lassen können. Vor einem Jahr der Angriff auf die Synagoge in Halle, nun am vergangenen Sonntag ein gewaltsamer Angriff auf einen jüdischen Studenten in Hamburg, der gerade aus der Synagoge kam und durch seine Kippa als Jude zu erkennen war.

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Tourismus – Gefahr für Grönland?

Autorin: Sarah Brandmeier, Praktikantin im Indigenen Referat

Bild: Kai Voet van Vormizeele auf flickr; Ilulissar, Grönland 2018

Grönland hofft durch mehr Tourismus auf mehr Wohlstand und Unabhängigkeit von Dänemark. Doch der wachsende Wirtschaftszweig birgt nicht nur Vorteile für die Indigenen.

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Coronavirus verbreitet sich rasant in Marokkos Gefängnissen

Autor: Simon Dippold, Praktikant

Bild: Roel Wijnants via Flickr

Mit mehr als 6.000 Infizierten und knapp 200 Toten ist Marokko eines der afrikanischen Länder, die am härtesten von der Corona-Pandemie getroffen wurde. Insbesondere in den marokkanischen Gefängnissen, die chronisch überfüllt sind und in denen zahlreiche politische Gefangene schmoren hat sich das Virus bis jetzt rasant verbreitet. Dort sitzen auch zahlreiche Anführer und Teilnehmer des Hiraks, einer Protestbewegung, die sich 2016 gegründet hatte.

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Bloggen für die Freiheit

Der Fall des mauretanischen Menschenrechtsaktivisten Mohamed Cheikh Ould Mkheitir

Foto: GfbV-Archiv

Autor: Hanno Schedler, GfbV-Referent

Er musste einen religionskritischen Blogbeitrag beinahe mit dem Leben bezahlen: Der mauretanische Blogger Mohamed Cheikh Ould Mkheitir hatte die soziale Ausgrenzung der Kaste der Schmiede und den Missbrauch der Religion bei der Diskriminierung von ethnischen und sozialen Minderheiten kritisiert.

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