Umea – Kulturhauptstadt Europas 2014 – Samische Kultur und Lebensweise in Gefahr

Umea in Nordschweden ist seit dem 1.1.2014 Kulturhauptstadt Europas. Die Stadt wirbt damit, das „Fenster zur Sami-Kultur“ zu sein. So orientieren sich die Veranstalter von Konzerten, Ausstellungen und Events in Umea am samischen Kalender, der nicht vier, sondern acht Jahreszeiten umfasst. Außerdem sollen aus dem Gesamtbudget von 410 Millionen schwedischen Kronen (etwa 46 Millionen Euro) 50 Millionen (etwa 5,6 Millionen Euro) für Veranstaltungen rund um die samische Kultur ausgegeben werden. Die Gesellschaft für bedrohte Völker warnt davor, dass die schwedische Urbevölkerung zu touristischen Zwecken ausgenutzt werden könnte – samische Kultur und samische Lebensweise sind mehr als Folklore! Um die Samen in Schweden zu schützen, müsse viel getan werden. Im vergangenen Jahr hat die Gefährdung der Samen durch brutalen Raubbau von Eisenerz und anderen Bodenschätzen international zu Protesten geführt. Darüber darf die Kulturhauptstadt Europas keinen Mantel des Schweigens hängen! Weiterlesen „Umea – Kulturhauptstadt Europas 2014 – Samische Kultur und Lebensweise in Gefahr“

UN: Minenarbeiten in Schweden stoppen!

Zum ersten Mal überhaupt ruft das UN Komitee zur Abschaffung der rassischen Diskriminierung eine Regierung dazu auf, alle Aktivitäten um eine Nickelmine zu stoppen. Es geht um die Mine in Rönnebäcken, südlich von Tärnaby in der Region Västerbotten. Gegen die Arbeit dort hatte sich massiver Protest gerade auch der samischen Rentierzüchter vor Ort geregt. Auch die GfbV unterstützte die Samen durch Briefe und Presseerklärungen. Das UN Komitee möchte eine Untersuchung der Folgen des Nickelabbaus in Rönnebäcken durchführen. Bis deren Ergebnisse da sind, müssen alle Arbeiten ruhen, so die UN. Dies ist ein großer Erfolg für die Samen und viele Schweden und internationale Aktivisten, die sich auch gegen die Mine engagiert hatten!

Russland: Arbeitsmigranten und Flüchtlinge werden zum Bauernopfer im Wahlkampf um das Moskauer Bürgermeisteramt

Während Edward Snowden als berühmtester Flüchtling der Welt im Transitbereich des Moskauer Scheremetjewo Flughafens  ein Land suchte, das ihm Asyl gewähren würde, wurden in Moskau Tausende so genannte illegale Arbeitsmigranten verhaftet.  Ende Juli waren es 1.400 Personen, Anfang August wieder 1.000 Personen. Das Katastrophenschutzministerium errichtete Zeltlager, wo die Menschen nun auf ihre Abschiebungen warten. Die russische Regierung plane den Bau von landesweit 100 Abschiebehaftanstalten, berichten die russischen Zeitungen. Zwei hochrangige Polizeioffiziere und ein Mitarbeiter des Föderalen Migrationsdienstes sollen ein System aufgebaut haben, das Menschen illegal nach Russland brachte, diese dort in die Arbeitssklaverei zwang. Weiterlesen „Russland: Arbeitsmigranten und Flüchtlinge werden zum Bauernopfer im Wahlkampf um das Moskauer Bürgermeisteramt“

Aktion für die Rechte von Gilal Mamedow in Baku

Am 15.2.2013 demonstrierten etwa 15 Personen für die Rechte des Journalisten Gilal Mamedow vor dem Gericht in Baku, wo unter Ausschluss der Öffentlichkeit der Prozess gegen den bekannten Kritiker der aserbaidschanischen Regierung stattfindet. Die Demonstranten kamen mit Mundschutz, um gegen die Unterdrückung des freien Wortes in ihrem Land zu protestieren. Zuerst wurden sie von den Polizisten in Ruhe gelassen, dann wurde gesagt, sie sollten auf die andere Straßenseite wechseln. Die Aktion dauerte nur 40 Minuten. Die Unterstützer von Mamedow kündigten weitere Proteste, unter anderem einen Hungerstreik, an. Über den Hintergrund des Prozesses gegen Mamedow, der ein bekannter Vertreter der Minderheit der Talyschen ist, hatten mehrere Menschenrechtsorganisationen berichtet. (Quelle: http://www.kavkaz-uzel.ru)

Interview mit Larisa Khadipash – Aktivistin für die Aufnahme von Tscherkessen aus Syrien in Russland

Manarsha Isaeva, ehemalige Praktikantin der GfbV, die selbst aus Dagestan stammt,  führte in Moskau ein Gespräch mit Larisa Khadipash. Frau Khadipash organisiert mit anderen Freiwilligen Aktionen für die Sensibilisierung der öffenlichen Meinung für die Probleme der Tscherkessen, die aus dem syrischen Kriegsgebiet fliehen und in ihre historische Heimat im Nordkaukasus zurückkehren wollen. Diese Rückkehrerbewegung wird von der russischen Regierung nicht gerne gesehen. Obwohl sich tscherkessische Vereine und ganze von Tscherkessen bewohnte Dörfer in Syrien an die Russische Regierung wandten, gibt es keine positive Reaktion. Im Gegenteil  sorgte Ende Dezember 2012 die Stellungnahme des Direktors der Abteilung für Internationale Beziehungen, Alexander Zhuravskiy, aus dem Ministerium für Regionale Entwicklung für Empörung. Zhyravsky schrieb:  „Die Übertragung des im föderalem Gesetz definierten  Begriffs „Landesleute“ auf syrische Tscherkessen bedarf der  Rechtfertigung“. Weiterlesen „Interview mit Larisa Khadipash – Aktivistin für die Aufnahme von Tscherkessen aus Syrien in Russland“

Brief der Dagestaner aus Syrien an den Russischen Präsidenten

Wir veröffentlichen hier einen Offenen Brief aus dem Dorf DeirFoul in Syrien, wo etwa 5.000 Menschen aus Dagestan leben. Sie wenden sich an den russischen Präsidenten Putin sowie an den Präsidenten der Republik Dagestan, Magomendow:

Sehr geehrter Herr Präsident,

wie Sie wissen, durchlebt Syrien eine schwere Zeit der Konfrontation zwischen der Regierung und der Opposition, die zu massiver Gewalt geführt hat. Schwere Zerstörungen, der Tod von Zivilisten und katastrophale soziale Umstände sind die Folgen. Vor der Eskalation des Konfliktes lebte eine große Zahl an dagestanischen Familien in Bayada, dem Nachbarort von Homs. Nachdem massive Bombardierungen ihre Häuser zerstört hatten, flohen die Familien in andere Orte in Syrien und in seine Nachbarländer. Im Dorf DeirFoul lebte die größte Diasporagemeinde Syriens, 5.000 Menschen. DeirFoul liegt im Distrikt Rastan, wo es in den letzten Monaten die schlimmsten Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Opposition gab. Die Einwohner DeirFouls fühlten sich von aller Welt verlassen, viele Familien mussten fliehen, verloren Angehörige. Nach den schlimmen Bombenangriffen, haben wir nun eine massive humanitäre Krise. Weiterlesen „Brief der Dagestaner aus Syrien an den Russischen Präsidenten“

Deutschland – Gas – und die Knebelung der freien Medien in Russland

Das meiste Gas, das in Deutschland verbraucht wird, kommt aus Russland und wird vom staateigenen Konzern Gazprom gefördert und geliefert. Gazprom drängt zudem massiv auf den deutschen Strommarkt. Auch am so genannten Endkundengeschäft will Gazprom also hier verdienen.

Mit dem Geld der deutschen Verbraucher  wird in Russland auch Politik finanziert. Politik, die gerade dabei ist, einen der letzten freien Radiosender, das berühmte Radio Echo Moskau (Echo Moskvy) gleichzuschalten. Die Holding Gazprom Media ist Hauptanteilseigner des kritischen Radiosenders. Nicht, dass Putin direkt den Befehl gegeben hätte. Das glaubt nicht einmal der Echo Moskau Chefredakteur Wenediktow. Vorausseilender Gehorsam ist es, was die Gazprom Media Holding drei Wochen vor der Präsidentschaftswahl in Russland dazu bewog, Wenediktow und einen weiteren unabhängigen Journalisten aus dem Aufsichtsrat zu entfernen.   Weiterlesen „Deutschland – Gas – und die Knebelung der freien Medien in Russland“

Roma in Russland – Opfer von Diskriminierung

Am Morgen des 26. Oktober haben Unbekannte im Dorf Verchnaja Elschanka bei Wolgograd versucht, das Haus der Familie Goganov nieder zu reißen. Nun soll sich der Staatsanwalt mit dem Konflikt befassen. Die Roma leben schon seit 1990 in Verchnaja Elschanka. Vor einigen Jahren versuchte die Gruppe -nach zunehmender Diskriminierung in Wolgograd- ihr Glück im Kreis Archangelsk. Dort agitierte der Bürgermeister gegen sie, ihre Häuser wurden niedergebrannt und so mussten sie nach Wolgograd zurückkehren. Auf einer Brache bauten sie ein neues kleines Dorf auf. Seit sieben Jahren versuchen sie, das Recht an diesen Grundstücken zu erwerben. Nun hat jemand genau dieses Stück Land gekauft und versucht die Roma zu vertreiben. In dem Haus, das zerstört werden soll, leben im Moment 12 Personen, darunter sechs Kinder und zwei Invaliden. Weiterlesen „Roma in Russland – Opfer von Diskriminierung“

JHV der GfbV – Orlov kommt kurz nach erstem Verhör nach Deutschland

Morgen beginnt die Jahreshauptversammlung der Gesellschaft für bedrohte Völker in Göttingen. Auf ihr wird am Samstag um 10 Uhr der diesjährige Viktor Gollancz Preis verliehen. Einer der Preisträger ist die Organisation MEMORIAL, deren Chef Oleg Orlov den Preis entgegen nehmen wird. Nur einen Tag vorher muss er sich in einer ersten Anhörung im strafrechtlichen Prozess wegen Verleumdung des tschetschenischen Präsidenten Ramzan Kadyrow verhören lassen. Orlov hatte nach dem Mord an seiner Mitarbeiterin Natalja Estemirowa Kadyrow als (Mit-) Verantwortlichen für das Verbrechen bezeichnet. In einem zivilrechtlichen Prozess wurde Kadyrow schon Recht gegeben. Weiterlesen „JHV der GfbV – Orlov kommt kurz nach erstem Verhör nach Deutschland“