Libyen: Misrata und Tawergha, zwei Städte, unversöhnt

Der Wunsch der libyschen Flüchtlinge nach einer Rückkehr in die Heimat ist auch über 2 Jahren nach dem Sturz Gaddafis in Libyen ungebrochen. Die Tawergha, eine von mehreren während des Bürgerkrieges 2011 vertriebenen Minderheiten Libyens, leben seit dem Ende des Bürgerkrieges in Flüchtlingscamps und warten verzweifelt auf ihre Rückkehr nach Hause. Doch die Chancen sind angesichts der aktuellen Lage und vor allem aufgrund der rassistischen Anschuldigungen gegenüber den Tawergha noch immer gering.

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Rückzug der Ölmultis aus dem Nigerdelta –Ölverschmutzungen bleiben

In den vergangenen Wochen häufen sich Meldungen über den Verkauf von Ölblöcken und Pipelines einiger internationaler Ölkonzerne im Nigerdelta. In dem Delta, dessen Fläche ungefähr der Größe Bayerns entspricht, wird seit 1957 Rohöl gefördert. Nigeria gehört zu den größten Ölproduzenten weltweit. Trotz des Rohstoffreichtums lebt der Großteil der Bevölkerung in Armut. Dieser Widerspruch erklärt sich mit nur einem Wort: Korruption.

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Solidarität mit den Uiguren: Ein Han-Chinese bezieht Stellung

Häufig lehnen es Hotelwirte in China ab, Zimmer an reisende Uiguren zu vermieten. Sie müssen sich regelmäßig demütigenden Kontrollen durch Sicherheitskräfte unterziehen. Yang Haipeng, Han-Chinese und Journalist aus Shanghai, zeigt jetzt in einer simplen wie aufsehenerregenden Aktion seine Solidarität mit den Uiguren: Er trägt eine „Doppa“, eine traditionelle uigurische Mütze und wird jetzt häufiger von Sicherheitskräften kontrolliert.

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Syrien: Zwei Bischöfe entführt

Nach einer Meldung der libanesischen Zeitung „Daily Star“ hat am gestrigen Montag, den 22. April 2013, eine bewaffnete Gruppe zwei syrische Bischöfe in der Nähe von Aleppo im Norden von Syrien entführt. Bei den Entführten handelt es sich um Ibrahim Hanna, Bischof der syrisch-orthodoxen Kirche von Aleppo und Bischof Boulos Yazigi von der griechisch-orthodoxen Kirche. Sie seien in einen Hinterhalt geraten, als sie auf dem Weg waren, in Al Mansura Verhandlungen zur Freilassung eines entführten Priesters zu führen. Der Fahrer, ein Diakon, wurde von den Entführern getötet. (Quelle: http://www.ankawa.com/forum/index.php/topic,660642.0.html)

Extremisten aus der Reihen der so genannten Freien Syrischen Armee (FSA) greifen immer wieder Christen an. Nach Informationen der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) verlassen immer mehr Christen das Land. Die meisten von ihnen finden im benachbarten Libanon Zuflucht. Die Flüchtlinge werden in den christlichen libanesischen Gemeinden an der Mittelmeerküste im Norden des Landes untergebracht. Nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) wurden in Syrien bisher über 70.000 Menschen getötet.  Mindestens eine Million Menschen sind in den Libanon, nach Jordanien, in die Türkei und in den Irak geflohen. Etwa fünf Millionen befinden sich im eigenen Land auf der Flucht und brauchen dringend Hilfe. Circa 300.000 der geschätzten 1,9 Millionen Christen in Syrien sind auf der Flucht, mindestens 1000 wurden bereits getötet. (Quelle: http://www.bundestag.de/dokumente/analysen/2013/Die_Lage_der_Christen_in_Syrien.pdf)

Die GfbV hat seit Beginn der „syrischen Krise“ im März 2011 wiederholt an die deutsche Bundesregierung appelliert und Hilfe für alle Minderheiten in Syrien gefordert. Nach mehr als vierzig Jahren Diktatur haben Kurden, Assyro-Aramäer, Armenier, Drusen, Ismailiten, Christen und Yeziden, aber auch muslimische Araber eine bessere Zukunft verdient und nicht eine andere Diktatur, nämlich die der Islamisten. Die internationale Staatengemeinschaft darf nicht länger zusehen, wie die gesamte Zivilbevölkerung in Syrien unter einem schmutzigen Stellvertreterkrieg zwischen einer „schiitischen“ und einer „sunnitischen“ Allianz leidet.

Die GfbV fordert als langfristige politische Lösung für das neue Syrien Religions- und Meinungsfreiheit. Auch wäre ein föderativer Staatsaufbau zu begrüßen, weil er einer strukturellen Machtzentralisierung entgegenwirkt. Auf alle Fälle darf es aber nicht wieder vorkommen, dass Repräsentanten einer einzigen Bevölkerungsgruppe, wie momentan Baschar al-Assad und seine alawitischen Verbündeten, an die Macht kommen und über die multireligiöse und multiethnische Bevölkerung im Staat herrschen.

Mehr zur Situation der Christen in Syrien unter:
http://www.gfbv.de/land.php?id=46

Bolivien: Umstrittenes Autobahnprojekt durch Nationalpark mobilisiert indigene Völker zum achten indigenen Protestmarsch.

indigener Protestmarsch in Bolivien. Copyright edsao

von Leif Höfler

Knapp 2000 Menschen marschieren mittlerweile in Richtung des Regierungssitzes La Paz. Ungefähr 400 Angehörige der Yuracaré, Trinitario und Chimane starteten am 15. August 2011 im 600 km entfernten Trinidad, einer Provinzhauptstadt im nördlichen Tiefland und wollen am 28. September 2011 in La Paz ankommen. Diese Form des Protests hat in Bolivien Tradition. Seit 1990 dient sie den indigenen Völkern Boliviens als letztes Mittel, medienwirksame Aufmerksamkeit für ihre Anliegen zu schaffen. Der eigentliche Marsch markiert dabei immer erst den Endpunkt von gescheiterten Verhandlungen, die die Menschen aus ihren Dörfern und Familien buchstäblich auf die Straße treibt. Der Einsatz für die Teilnehmer ist hoch, denn die Versorgung mit Lebensmitteln und Medizin ist problematisch und das Klima extrem. Tatsächlich leiden die meisten Marschierenden unter grippalen Infekten oder Erkältung. Vor wenigen Tagen starb ein erst acht Monate altes Kind an einer Magen-Darm-Infektion. Weiterlesen „Bolivien: Umstrittenes Autobahnprojekt durch Nationalpark mobilisiert indigene Völker zum achten indigenen Protestmarsch.“

Veranstaltungshinweis: Zeitbombe Atomenergie – Atomausstieg jetzt!

Das Berliner Büro der Gesellschaft für bedrohte Völker möchte auf eine interessante Veranstaltung aufmerksam machen:

25 Jahre Tschernobyl

Zeitbombe Atomenergie – Atomausstieg jetzt!

Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriege/ Ärzte in sozialer Verantwortung e.V. (IPPNW) lädt vom 08. – 10. April 2011 zu einem internationalen Kongress in die Urania Berlin, An der Urania 17, 10787 Berlin-Schöneberg ein:

„25 Jahre nach Tschernobyl und im Lichte der Atomkatastrophe in Japan werden in unserem Land gegen den erklärten Willen der Bevölkerung die Laufzeiten für Atomkraftwerke verlängert. In Europa werden neue Atomkraftwerke geplant und gebaut. Die Atomindustrie macht sich die Politik untertan. Die Mär von der „sauberen“ Atomenergie als Klimaretter und „Brückentechnologie“ macht die Runde. Desinformation ersetzt verantwortliche Politik. Die Erfolgsgeschichte der Erneuerbaren Energien droht ins Stocken zu geraten. Der Kongress informiert über die Folgen von Tschernobyl, will Lösungen bieten für eine Welt frei von atomarer Bedrohung und analysiert das Gefahrenpotential der nuklearen Kette.“

Der Kongress beschäftigt sich u.a. mit den Gefahren des Uranabbaus. Die Gesellschaft für bedrohte Völker weist seit Jahren darauf hin, dass insbesondere indigene Völker von den Folgen des Uranabbaus betroffen sind. Mehr als 70 Prozent der weltweiten Uranvorkommen befindet sich in Regionen, in denen Ureinwohner beheimatet sind. Betroffen sind etwa Adivasi in Indien, Tuareg in Niger, Aborigines in Australien, Lakota-Indianer in den USA, Cree-Indianer in Kanada, Sami in Schweden, Tibeter, Mongolen und Uiguren in China. Sie leiden unter gesundheitliche Schäden und der Zerstörung ihrer Umwelt durch radioaktive Verstrahlung. Weiterlesen „Veranstaltungshinweis: Zeitbombe Atomenergie – Atomausstieg jetzt!“

Australien: Entschuldigung für verlorene Kindheiten

Gestern entschuldigte sich der australische Premierminister Kevin Rudd im Parlament in Canberra offiziell für die jahrzehntelange Misshandlung von Kindern in Waisenhäusern. Australien bereue „die Tragödie verlorener Kindheiten“, sagte Rudd. Anwesend waren viele der sogenannten „Vergessenen Australier“, die als Kinder ohne ihre Zustimmung von Europa nach Australien zwangsverschickt wurden. Weiterlesen „Australien: Entschuldigung für verlorene Kindheiten“

Uranrausch in Australien

Weltweit sind gegenwärtig 443 Kernkraftwerke in 31 Ländern in Betrieb. 48 Reaktoren werden zur Zeit gebaut. Geplant sind weltweit weitere über hundert neue Anlagen vor allem in China, Russland, der EU und in Indien (Statistik vom Nuklearforum Schweiz). Circa 70 Prozent des weltweiten radioaktiven Rohstoffs befindet sich unter dem Land indigener Völker, die dadurch besonders von den Folgen des Uranabbaus betroffen sind. Die größten Uranerzvorkommen befinden sich in Australien, vor allem im Norden des Landes, in dem verschiedene Aborigine-Völker leben. Weiterlesen „Uranrausch in Australien“