Traurige Meldung aus Brasilien: Das letzte Mitglied eines in freiwilliger Isolation lebenden Volkes ist tot.

Am 27. August bestätigte die brasilianische Behörde für Indigene „FUNAI“ den Tod des in Brasilien als „Indigener des Lochs“ oder „Tanaru-Indigener“ bekannten Mannes. Er war der letzte Vertreter eines in Isolation lebenden Volkes aus dem Bundesstaat Rondônia.

Von Eliane Fernandes; Foto: Mit freundl. Genehmigung von Vincent Carelli

Die letzten Mitglieder – laut FUNAI waren es schätzungsweisen sechs Personen – wurden im Jahr 1995 in einem Angriff von Holzfällern ermordet. Im Jahr 1996 entdeckten FUNAI-Mitarbeiter das Lager eines Überlebenden dieses Volkes, sowie seine Gegenstände im indigenen Territorium Tanaru.  Aufgrund seiner Angewohnheit, tiefe Löcher zu graben, um darin einerseits Tiere zu fangen und sich andererseits dort zu verstecken, wurde er in Brasilien als der „Indigene des Lochs“ bekannt.  26 Jahre lang begleiteten FUNAI-Mitarbeiter ihn aus der Ferne und versuchten dafür zu sorgen, dass er ungestört und zurückgezogen leben könnte. Er ernährte sich von Mais, Maniok, Kartoffeln, Bananen und Papaya, die er auf seiner Plantage anbaute, sowie von Wildfleisch.

Laut FUNAI wurde er in seiner Hängematte während einer Überwachungsmission von FUNAI-Mitarbeitern aufgefunden, die mit in Isolation lebenden oder kürzlich kontaktierten indigenen Völkern arbeiten. Die Mitarbeiter fanden keine Spuren von Fremden oder Anzeichen eines Kampfes.

Der Mann galt als einer der am meisten gefährdeten Indigenen Brasiliens.

Fiona Watson, Leiterin der Forschungs- und Unterstützungsabteilung von Survival International, berichtet: „Kein Außenstehender kannte den Namen dieses Mannes oder etwas über sein Volk – und mit seinem Tod ist der Völkermord an seinem Volk vollendet“.

Quellen:
‚Índio do buraco‘ é encontrado morto em RO – 28/08/2022 – Cotidiano – Folha (uol.com.br)
Brazilian Amazon: ‚Man of the Hole,‘ the last member of an indigenous tribe, has died – CNN

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