Die Yanomami in Brasilien sind weiterhin massiv bedroht

Die brasilianische Vereinigung „Hutukara Yanomami“ veröffentlichte am 11. April einen Bericht über die aktuelle Lage der Yanomami in den brasilianischen Bundesstaaten Amazonas und Roraima. In dem Bericht wird eine Zunahme von illegalen Bergbauaktivitäten auf ihrem Territorium um 46 % allein im Jahr 2021 geschildert. Dadurch erhöhte sich auch die Zahl der kriminellen Übergriffe auf Yanomami-Gemeinschaften.

Von Eliane Fernandes, Referentin für indigene Völker; Foto: Illegaler Abbau auf Yanomami-Territorium in Brasilien Amazônia Real via flickr

Der Bericht der Yanomami-Vereinigung dokumentiert sexuelle Gewalt und Vergewaltigungen von Yanomami-Frauen, -Jugendlichen und -Kindern durch illegale Goldgräber. Hinzu kommt die Verseuchung von Gewässern und Wäldern mit Quecksilber, was zu einer Beeinträchtigung der Gesundheit der dort lebenden Menschen führt.

Aufgrund des Anstiegs des Goldpreises auf dem internationalen Markt und der staatlichen Unterstützung für illegale Aktivitäten schreitet der illegale Bergbau auf dem Territorium der Yanomami schnell voran und führt zu Entwaldung, Krankheit und Tod.

Dem Bericht zufolge beläuft sich die Zahl der direkt vom illegalen Bergbau betroffenen Gemeinden auf 273 und umfasst mehr als 16.000 Menschen, was ca. 56% der Yanomami-Bevölkerung entspricht. Es gibt mehr als 350 indigene Yanomami-Gemeinschaften mit einer Bevölkerung von etwa 29.000 Menschen.

Die Yanomami erhalten keine Unterstützung der brasilianischen Regierung. Sie leben unter prekären Bedingungen, leiden an Hunger, viele Kinder sind unterernährt und unterliegen endemischen, infektiösen und ansteckenden Krankheiten wie zum Beispiel Malaria. Auch die Covid19-Pandemie führt zu schwerwiegenden Verlusten bei den Yanomami.

„Die brasilianische Regierung muss ihre Maßnahmen bewerten, da viele Operationen zur Bekämpfung des Goldabbaus keine Wirkung gezeigt haben. Dieser Bericht zeigt die Realität, in der wir leben und die Folgen von Gewalt und Verwundbarkeit. Mein Volk leidet. Wir bitten um die Unterstützung der Öffentlichkeit, sich unserem Hilferuf für den sofortigen Rückzug der Goldgräber aus unserem Gebiet anzuschließen“, sagte der Yanomami-Vertreter Dario Kopenawa.


Quelle: Conselho Indígena de Roraima (CIR): Hutukara lança novo relatório com dados, imagens aéreas e relatos do inferno provocado pela invasão do garimpo ilegal – CIR – Conselho Indígena de Roraima

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