Mehr als 600 geografische Standorte in den USA werden umbenannt und ersetzen einen abfälligen Begriff für indigene Frauen, der seit Jahrzehnten verwendet wird

Autorin: Sara Smart, CNN (übersetzt von Yvonne Bangert)

Bild: Twitter @DebHaalandNM

Seit November 2021 gilt eine Anordnung von US-Innenministerin Deb Haaland für die Entfernung und Ersetzung eines auch in Europa vielfach verwendeten abfälligen Begriffs für indigene Frauen, den Begriff der „Squaw“. Er wurde in der Vergangenheit als beleidigende ethnische, rassische und sexistische Verunglimpfung indigener Frauen verwendet.

Haaland, die als erste indigene Person Ministerrang in den USA erhielt, richtete eine 13-köpfige Task Force ein, um mehr als 600 geografische Merkmale, die den Begriff enthalten, umzubenennen. Diese Task Force hat am Dienstag eine Liste möglicher Ersatznamen für die geografischen Standorte herausgegeben und sucht jetzt nach öffentlichen Kommentaren zu den Vorschlägen. Die Kommentierungsfrist läuft noch bis April. Auch Konsultationen mit den Native Nations haben begonnen.

„Worte sind wichtig, besonders in unserer Arbeit, das öffentliche Land und die Gewässer unserer Nation für Menschen jeglicher Herkunft zugänglich und einladend zu machen“, sagte Haaland in einer Pressemitteilung. „Während dieses gesamten Prozesses werden wir eng mit den Tribes, den Interessengruppen und der Öffentlichkeit zusammenarbeiten und das wird uns helfen, unsere Ziele von Gerechtigkeit und Inklusion voranzutreiben.“

Die Task Force erstellte eine Karte mit den Standorten, die im ganzen Land nun umbenannt werden müssen – von White Squaw Island in Maine bis Squaw Hollow in Oregon.

Organisationen wie der Native American Rights Fund* haben die Bedeutung dieses Schrittes erkannt. „Es ist längst an der Zeit, dass wir als Nation diese abfälligen Begriffe hinter uns lassen und den Native Americans – und allen Menschen – den gleichen Respekt entgegenbringen“, sagt Geschäftsführer John Echohawk.

Betroffene Standorte werden ihren Namen voraussichtlich innerhalb der nächsten Monate ändern müssen. Einige Orte haben damit bereits begonnen. Squaw Valley Alpine Meadows – das bekannte Skigebiet, das bei den Olympischen Winterspielen 1960 genutzt wurde – heißt seit September 2021 Palisades Tahoe.


*Der Native American Rights Fund ist eine gemeinnützige Organisation, die bestehende Gesetze und Verträge nutzt, um sicherzustellen, dass die Regierungen der US-Bundesstaaten und die US-Bundesregierung ihren gesetzlichen Verpflichtungen nachkommen.

Autor: GfbV Online

Hinter GfbV Online versteckt sich das Onlineteam der international tätigen Menschenrechtsorganisation "Gesellschaft für bedrohte Völker e.V".

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