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Buchrezension | Das Lied der Arktis: Ein Kampf ums Überleben

Die junge Inuit Uqsuralik lebt mit ihrer Familie in der Arktis. Sie ist noch sehr jung, als sie plötzlich ganz auf sich allein gestellt ist. Denn in einer Nacht bricht das Eis – Uqsuralik befindet sich auf der einen Eisscholle, ihre Famlie auf der anderen. In letzter Sekunde wirft ihr Vater ihr noch ein Bärenfell und eine Waffe zum Jagen zu.

Von Caroline Siems, Referentin für digitale Kommunikation; Foto: GfbV-Archiv

Mit ihrer Hündin streift Uqsuralik durch die Arktis, auf der Suche nach Nahrung und nach anderen Menschen. Sie trifft nach kurzer Zeit auf eine Familie. Die Rettung naht, oder? Ziemlich schnell muss die junge Frau aber leider feststellen, dass sie körperlich nicht gegen Männer ankommt. Sie wird vergewaltigt. Uqsuralik zieht weiter.

Ein ganz besonderes Buch

Mit „Das Lied der Arktis“ hat die Autorin Bérengère Cournut ein besonderes Buch geschrieben: Es ist ein Buch, das die Leser*innen auf eine Reise ins Unbekannte entführt. Es erzählt von den unheimlichen Weiten der Arktis und der mystischen Natur und Lebensweise. Die Erzählung wird klar, teilweise sehr nüchtern aber auch wieder berührend geschildert. Zwischendurch jedoch werden zauberhafte Lieder oder  traditionelle Verse eingeschoben, die die Erzählung ausschmücken. Am Ende des Romans befinden sich schwarz-weiß-Fotografien aus der Arktis.  Die fremde Kultur der Inuit, ihre Bräuche, Überzeugungen und Traditionen stehen im Vordergrund der Erzählung.

„Nur dass sie sich ohne uns verlieren. Hier im endlosen Weiß und auch bei sich zu Hause. Sie kommen, sie eignen sich alles an und irgendwann reisen sie wieder ab, verkriechen sich in ihren fernen Ländern…..Diese Menschen besiedeln und kolonisieren eine Vorstellungswelt, die ihnen nicht gehört“.

Insgesamt ist es ein sehr lesenswerter Roman, über eine junge Inuit, die ums Überleben kämpft und über die Wunder der Natur. Ein poetisches Werk aus einer anderen Welt.


Das Buch erschien im Ullsteinverlag

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