Verfolgung von Christ*innen in China: Der Fall der „Kirche des Allmächtigen Gottes“

Sophia Bai ist eine chinesische Christin. Sie ist Angehörige der „Kirche des Allmächtigen Gottes“ (KAG) und musste vor der Verfolgung durch die chinesische Regierung aus ihrer Heimat fliehen. Schätzungen zufolge leben in China 82 bis 130 Millionen Christ*innen. Nur ein kleiner Teil von ihnen ist in den fünf offiziell von der Kommunistischen Partei erlaubten Religionsgemeinschaften organisiert. Die Zahl der staatlichen Übergriffe verfünffachte sich zwischen 2017 und 2018.

Von Hanno Schedler, Referent im Referat für Genozid-Prävention und Schutzverantwortung; Bild: Kirche des Allmächtigen Gottes.

Ein drastisches Beispiel für die Systematik der Verfolgung ist das Schicksal der Gemeinschaft „Kirche des Allmächtigen Gottes“. Nach Angaben der KAG verfolgten die chinesischen Behörden im letzten Jahr 32 815 Angehörige der Kirche aufgrund ihres Glaubens verfolgt. Sie seien gezwungen worden, „Garantie-Erklärungen“ (in denen sie ihrem Glauben abschwören mussten) zu unterzeichnen, sie wurden gegen ihren Willen fotografiert oder auf Video aufgenommen und ihre biologischen Daten (Fingerabdrücke, Blut- und Haarproben usw.) wurden erfasst. Unter den 6 132 verhafteten Mitgliedern in diesem Jahr wurden 4 161 über einen kürzeren oder längeren Zeitraum inhaftiert. 3 824 wurden unterschiedlichen Arten grausamer Folter oder Zwangsindoktrination unterzogen. 1 355 wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt, darunter wurden zwölf zu zehn oder mehr Jahren Gefängnis verurteilt. Es ist umfassend dokumentiert, dass 19 Gläubige aufgrund der Verfolgung in diesem Jahr starben.“ (Aussage der KAG)

Im Interview mit der GfbV spricht Sophia Bai über die Verfolgung ihrer Glaubensgemeinschaft und die Propaganda des chinesischen Staates.

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